Ratgeber Betriebsart

GmbH verkaufen

Eine GmbH wird verkauft, indem die Gesellschafter ihre Geschäftsanteile an den Käufer abtreten; die Gesellschaft selbst bleibt mit allen Verträgen, Schulden und Mitarbeitern bestehen und bekommt nur einen neuen Gesellschafter. Dieser Share Deal folgt eigenen Regeln: Schon der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden, der Käufer übernimmt mit den Anteilen die Vergangenheit der Gesellschaft, und für den Gewinn gelten eigene steuerliche Vorschriften. Diese Seite beschreibt, was beim Verkauf von GmbH-Anteilen gesetzlich gilt, wie aus dem Unternehmenswert der Preis der Anteile wird und was Käufer vor der Beurkundung prüfen. Die Regeln zu Notarform und Abtretung gelten ebenso für die UG (haftungsbeschränkt), die rechtlich eine GmbH ist.

Im Detail

Worauf es bei Verkauf und Kauf ankommt

Warum schon der Kaufvertrag über GmbH-Anteile zum Notar muss

Nach § 15 Abs. 3 und 4 GmbHG muss nicht nur die Abtretung der Geschäftsanteile notariell beurkundet werden, sondern bereits der Kaufvertrag, also die Verpflichtung zur Abtretung. Ein privatschriftlich unterschriebener Mustervertrag genügt deshalb nicht; eine formlos getroffene Vereinbarung wird erst durch den beurkundeten Abtretungsvertrag gültig. Das gilt ebenso für die UG (haftungsbeschränkt), die nach § 5a GmbHG eine GmbH mit abgesenktem Stammkapital ist.

Im Termin wird die Niederschrift in Gegenwart des Notars vorgelesen, von den Beteiligten genehmigt und unterschrieben, auf Papier eigenhändig, bei einer elektronischen Niederschrift elektronisch (§§ 13, 13a BeurkG). Per Video darf nur beurkundet werden, soweit ein Gesetz es zulässt (§ 16a BeurkG). Das GmbHG tut das für den Gesellschaftsvertrag bei der Gründung, für den Anteilskauf aber nicht; beurkundet wird deshalb in Präsenz.

Üblicherweise früh gelesen wird der Gesellschaftsvertrag: Er kann die Abtretung an weitere Voraussetzungen knüpfen, insbesondere an die Genehmigung der Gesellschaft (§ 15 Abs. 5 GmbHG). Welche Voraussetzungen gelten und wer zustimmen muss, steht dort und nicht im Gesetz.

Was beim Anteilsverkauf mit Mitarbeitern, Verträgen und Schulden passiert

Die GmbH hat als juristische Person selbstständig ihre Rechte und Pflichten, den Gläubigern haftet nur das Gesellschaftsvermögen (§ 13 GmbHG). Beim Share Deal wechselt deshalb nur der Gesellschafter. Verträge, Verbindlichkeiten, Steuerschulden, Pensionszusagen und etwaige Altlasten bleiben in der Gesellschaft, und der Käufer übernimmt sie wirtschaftlich mit den Anteilen; einzelne Verträge können allerdings Klauseln für einen Kontrollwechsel enthalten.

Für die Belegschaft ändert sich rechtlich nichts: Die GmbH bleibt Arbeitgeberin, und nach dem Bundesarbeitsgericht ist der bloße Erwerb von Gesellschaftsanteilen kein Betriebsübergang im Sinne des § 613a BGB (8 AZR 91/15). Unterrichtung und Widerspruchsrecht nach dieser Vorschrift entfallen damit. Ein Wirtschaftsausschuss, den das Gesetz in Unternehmen mit in der Regel mehr als 100 ständig beschäftigten Arbeitnehmern vorsieht, ist über eine Übernahme mit Kontrollerwerb rechtzeitig und umfassend zu unterrichten, auch über den potenziellen Erwerber und dessen Absichten (§ 106 BetrVG). Anders beim Asset Deal: Dort verkauft die GmbH selbst ihren Geschäftsbetrieb, die Arbeitsverhältnisse gehen nach § 613a BGB auf den Erwerber über, und der Kaufpreis fließt an die Gesellschaft statt an den Gesellschafter.

Wert einer GmbH ermitteln: warum das Stammkapital nichts darüber sagt

Eine GmbH ist eine Rechtsform, keine Branche. Bewertet wird das Unternehmen, das sie betreibt, mit den in dessen Branche üblichen Verfahren; im Mittelstand ist das meist ein Multiplikator auf das bereinigte Ergebnis, alternativ ein Ertragswert- oder DCF-Verfahren.

Beim Share Deal ist der Kaufpreis der Preis für das Eigenkapital. Üblich ist deshalb, vom Unternehmenswert Finanzschulden und schuldähnliche Posten wie Pensionszusagen abzuziehen, ebenso Gesellschafterdarlehen, soweit sie weder mitverkauft noch zurückgeführt werden, und freie liquide Mittel hinzuzurechnen.

Das Stammkapital von mindestens 25.000 Euro (§ 5 Abs. 1 GmbHG) ist eine Gründungs- und Haftungsgröße und sagt über den Preis nichts. Auch der gesetzliche Kapitalisierungsfaktor des vereinfachten Ertragswertverfahrens (§ 203 BewG) ist kein Marktmultiplikator, sondern eine steuerliche Rechengröße, etwa für Erbschaft und Schenkung. Das Steuerrecht erkennt allerdings an, dass ein beherrschendes Anteilspaket mehr wert sein kann als die Summe der Einzelanteile (§ 11 Abs. 3 BewG); ein Minderheitsanteil lässt sich umgekehrt nicht ohne Weiteres anteilig ableiten. Für einen GmbH-Mantel oder eine rein vermögensverwaltende GmbH passt ein Ergebnismultiplikator nicht; dort wird üblicherweise vom Vermögen abzüglich der Schulden ausgegangen.

Welche Steuern beim Verkauf von GmbH-Anteilen anfallen

Hält eine Privatperson die Anteile und war sie innerhalb der letzten fünf Jahre zu mindestens 1 Prozent beteiligt, gehört der Gewinn zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb (§ 17 Abs. 1 EStG). Gewinn ist der Veräußerungspreis abzüglich Veräußerungs- und Anschaffungskosten. Nach dem Teileinkünfteverfahren sind 40 Prozent des Veräußerungspreises steuerfrei, die Kosten zählen nur zu 60 Prozent (§ 3 Nr. 40 Buchst. c, § 3c Abs. 2 EStG); besteuert werden also 60 Prozent des Gewinns.

Die Fünftelregelung und der ermäßigte Steuersatz ab 55 (§ 34 EStG) gelten dafür nicht, ebenso wenig der Freibetrag des § 16 Abs. 4 EStG; § 17 Abs. 3 EStG kennt nur einen kleinen eigenen Freibetrag. Lag die Beteiligung in den letzten fünf Jahren stets unter 1 Prozent, zählt der Gewinn zu den Einkünften aus Kapitalvermögen (§ 20 Abs. 2 EStG).

Verkauft dagegen eine Kapitalgesellschaft, etwa eine Holding, bleibt der Gewinn nach § 8b KStG außer Ansatz; 5 Prozent gelten jedoch als nicht abziehbare Betriebsausgaben, im Ergebnis sind also 95 Prozent freigestellt. Umsatzsteuer fällt auf den Anteilskaufpreis grundsätzlich nicht an, weil Umsätze von Gesellschaftsanteilen steuerfrei sind (§ 4 Nr. 8 Buchst. f UStG).

Verlustvorträge und Grundbesitz: was der Gesellschafterwechsel steuerlich auslöst

Zwei steuerliche Folgen des Anteilsverkaufs knüpfen nicht an den Gewinn des Verkäufers an, sondern an die GmbH und ihr Vermögen. Die erste betrifft Verlustvorträge: Werden innerhalb von fünf Jahren mehr als 50 Prozent der Anteile oder Stimmrechte an einen Erwerber oder ihm nahestehende Personen übertragen, sind die bis dahin nicht genutzten Verluste vollständig nicht mehr abziehbar (§ 8c KStG), gewerbesteuerliche Fehlbeträge entsprechend (§ 10a GewStG). Ausnahmen sind eng, etwa bei bestimmten Umstrukturierungen im 100-Prozent-Konzern, in Höhe steuerpflichtiger stiller Reserven oder auf Antrag nach § 8d KStG, wenn die GmbH seit mindestens drei Veranlagungszeiträumen ausschließlich denselben Geschäftsbetrieb unterhält und bestimmte schädliche Ereignisse ausbleiben.

Die zweite betrifft Grundbesitz: Gehört der GmbH ein inländisches Grundstück, entsteht Grunderwerbsteuer, wenn innerhalb von zehn Jahren mindestens 90 Prozent der Anteile auf neue Gesellschafter übergehen oder sich mindestens 90 Prozent der Anteile in einer Hand vereinigen (§ 1 Abs. 2b und 3 GrEStG). Bemessungsgrundlage ist dann der Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz, nicht der Kaufpreis der Anteile. Beim Übergang auf neue Gesellschafter schuldet die GmbH die Steuer, bei einer Anteilsvereinigung schulden sie Erwerber und Gesellschaft (§ 13 Nr. 5 und 7 GrEStG).

GmbH verkaufen: Ablauf, Dauer und wann die Anonymität endet

Am Anfang stehen die Unterlagen: Gesellschaftsvertrag, Gesellschafterliste, Jahresabschlüsse und bereinigte Ergebnisse. Die im Unternehmensregister offengelegten Abschlüsse können Interessenten vorab einsehen; kleine Gesellschaften übermitteln dort aber nur Bilanz und Anhang, Kleinstkapitalgesellschaften nur die Bilanz (§§ 325, 326 HGB). Die Ertragszahlen, auf denen der Kaufpreis beruht, kommen deshalb vom Verkäufer.

Auf Prüfung und Verhandlung folgt die Beurkundung. Nach dem Wirksamwerden des Übergangs reicht der Notar unverzüglich eine neue Gesellschafterliste zum Handelsregister ein (§ 40 Abs. 2 GmbHG), und die GmbH meldet Änderungen bei den wirtschaftlich Berechtigten dem Transparenzregister (§ 20 GwG). Wie lange das dauert, hängt von Unterlagen, Prüfung, Zustimmungen, Finanzierung und Notartermin ab; gesetzliche Fristen von fünf und zehn Jahren betreffen dagegen die steuerlichen Folgen. Wer die GmbH statt eines Verkaufs auflöst, darf das Vermögen erst nach einem Sperrjahr verteilen (§ 73 GmbHG).

Der Verkaufsprozess selbst kann anonym laufen, auf Gesellschafter24 etwa ohne Namen und mit einem neutralen Branchenbild statt eigener Fotos. Mit dem Vollzug endet die Anonymität: Die neue Liste nennt bei natürlichen Personen Name, Vorname, Geburtsdatum und Wohnort (§ 40 Abs. 1 GmbHG), und das Handelsregister samt eingereichten Dokumenten ist für jeden einsehbar (§ 9 HGB).

GmbH kaufen oder übernehmen: was Käufer vor der Beurkundung prüfen

Gegenüber der GmbH gilt der Käufer erst als Gesellschafter, wenn er in der im Handelsregister aufgenommenen Gesellschafterliste steht; für dann noch rückständige Einlagen haftet er neben dem Verkäufer (§ 16 Abs. 1 und 2 GmbHG). Ein gutgläubiger Erwerb vom Nichtberechtigten ist nur in den engen Grenzen des § 16 Abs. 3 GmbHG möglich. Die gesetzliche Sachmängelhaftung für das Unternehmen greift nach dem BGH nur beim Erwerb sämtlicher oder nahezu sämtlicher Anteile (VIII ZR 187/17); üblich sind deshalb vertragliche Garantien zum Zustand des Unternehmens.

Ein eigener Verhandlungspunkt sind Gesellschafterdarlehen: Zahlt die GmbH ein solches Darlehen im letzten Jahr vor einem Insolvenzantrag zurück, ist das anfechtbar (§ 135 Abs. 1 Nr. 2 InsO). Wurde die Forderung in diesem Jahr an den Käufer abgetreten und danach an ihn getilgt, unterliegt nach dem BGH neben dem Käufer auch der Verkäufer der Anfechtung (IX ZR 32/12). Ist der Anteil praktisch das gesamte Vermögen eines verheirateten Verkäufers im gesetzlichen Güterstand, kann der Verkauf die Einwilligung des Ehegatten erfordern (§ 1365 BGB); Käufer lassen sich das üblicherweise bestätigen.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung im Einzelfall.

Wert

Was Ihr Unternehmen wert ist

Für eine GmbH ist eine allgemeine Bandbreite nicht aussagekräftig: Bewertet wird das Unternehmen, das sie betreibt, mit den in seiner Branche üblichen Verfahren, und für den Preis der Anteile werden üblicherweise Finanzschulden abgezogen und freie liquide Mittel hinzugerechnet. Auch das Steuerrecht stellt bei nicht notierten Anteilen unter anderem auf die Methode ab, die ein Erwerber der Bemessung des Kaufpreises zugrunde legen würde (§ 11 Abs. 2 BewG). Der Rechner schätzt den Wert des laufenden Geschäfts; für einen GmbH-Mantel, eine rein vermögensverwaltende GmbH oder eine Minderheitsbeteiligung ist er nicht einschlägig.

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Unternehmenswert berechnen
Käufersicht

Worauf Käufer schauen

Diese Punkte prüfen Interessenten früh — und sie entscheiden häufig darüber, wie ernst aus einem ersten Gespräch eine Verhandlung wird.

  • Gesellschaftsvertrag: welche Zustimmungen die Abtretung voraussetzt
  • Gesellschafterliste: ob der Verkäufer dort als Inhaber eingetragen ist
  • Ob alle Einlagen voll eingezahlt sind, denn für Rückstände haftet der Käufer mit
  • Verbindlichkeiten, Steuerrisiken und Pensionszusagen, die in der GmbH bleiben
  • Gesellschafterdarlehen und wie sie beim Verkauf behandelt werden
  • Grundbesitz der GmbH und vorhandene Verlustvorträge
Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Was ist meine GmbH wert?

Maßgeblich ist der Wert des Unternehmens, das die GmbH betreibt, nicht die Rechtsform und nicht das Stammkapital. Üblich ist, zunächst den Unternehmenswert des laufenden Geschäfts nach den Verfahren der jeweiligen Branche zu ermitteln, meist mit einem Multiplikator auf das bereinigte Ergebnis. Für den Preis der Anteile werden davon Finanzschulden und schuldähnliche Posten wie Pensionszusagen abgezogen, ebenso Gesellschafterdarlehen, die weder zurückgeführt noch mitverkauft werden, und freie liquide Mittel hinzugerechnet. Unser Rechner schätzt den Unternehmenswert des operativen Geschäfts, nicht den Preis eines einzelnen Anteils.

Vom Unternehmenswert zum Kaufpreis: die Equity Bridge

Reicht ein Mustervertrag, um GmbH-Anteile zu verkaufen?

Nein. Nach § 15 Abs. 4 GmbHG muss schon der Kaufvertrag über GmbH-Anteile notariell beurkundet werden, nicht erst die Abtretung. Ein nur privatschriftlich unterschriebener Vertrag erfüllt diese Form nicht; gültig wird eine formlose Vereinbarung erst durch den beurkundeten Abtretungsvertrag. Beurkundet wird in Präsenz, weil das Gesetz die Videobeurkundung für den Anteilskauf nicht zulässt. Dasselbe gilt für die UG (haftungsbeschränkt), die rechtlich eine GmbH ist.

Unternehmenskaufvertrag: was er regelt

Welche Steuern zahle ich beim Verkauf meiner GmbH-Anteile?

Das hängt davon ab, wer verkauft. Eine Privatperson, die in den letzten fünf Jahren zu mindestens 1 Prozent beteiligt war, versteuert nach § 17 EStG und dem Teileinkünfteverfahren 60 Prozent des Gewinns. Die Fünftelregelung, der ermäßigte Steuersatz ab 55 und der Freibetrag des § 16 Abs. 4 EStG gelten dafür nicht. Verkauft eine Kapitalgesellschaft, etwa eine Holding, sind im Ergebnis 95 Prozent des Gewinns steuerfrei (§ 8b KStG). Umsatzsteuer fällt auf den Anteilskaufpreis grundsätzlich nicht an (§ 4 Nr. 8 Buchst. f UStG).

Teileinkünfteverfahren beim Verkauf von GmbH-Anteilen

Was kostet der Notar beim GmbH-Verkauf, und wer zahlt ihn?

Notarkosten sind gesetzlich festgelegt; Vereinbarungen über ihre Höhe sind grundsätzlich unwirksam (§ 125 GNotKG). Für die Beurkundung des Kaufvertrags fällt eine 2,0-Gebühr nach der degressiven Tabelle B an; Geschäftswert ist der höhere Wert der beiden Leistungen (§ 97 Abs. 3 GNotKG). Hinzu kommt eine Vollzugsgebühr, unter anderem für die Gesellschafterliste. Gegenüber dem Notar haften alle Beteiligten, deren Erklärungen beurkundet wurden, als Gesamtschuldner. Untereinander trägt beim Anteilskauf nach der gesetzlichen Grundregel der Verkäufer die Kosten der Übertragung des Anteils (§ 453 Abs. 2 BGB); üblich ist eine ausdrückliche Regelung im Vertrag.

Notarkosten beim Unternehmenskauf: wie sie berechnet werden

Was passiert mit den Mitarbeitern, wenn ich meine GmbH verkaufe?

Beim Verkauf der Anteile ändert sich an den Arbeitsverhältnissen rechtlich nichts: Die GmbH bleibt Arbeitgeberin. Nach dem Bundesarbeitsgericht ist der bloße Anteilserwerb kein Betriebsübergang nach § 613a BGB, deshalb gibt es weder eine Unterrichtung nach dieser Vorschrift noch ein Widerspruchsrecht. Besteht ein Wirtschaftsausschuss, den das Gesetz ab in der Regel mehr als 100 ständig beschäftigten Arbeitnehmern vorsieht, ist er über eine Übernahme mit Kontrollerwerb zu unterrichten. Anders beim Asset Deal: Dort gehen die Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB auf den Käufer über.

Betriebsübergang nach § 613a BGB

Fällt Grunderwerbsteuer an, wenn eine GmbH mit Immobilien verkauft wird?

Ja, sobald die gesetzliche Schwelle erreicht ist und der GmbH ein inländisches Grundstück gehört: wenn innerhalb von zehn Jahren mindestens 90 Prozent der Anteile auf neue Gesellschafter übergehen oder sich mindestens 90 Prozent der Anteile in einer Hand vereinigen (§ 1 Abs. 2b und 3 GrEStG). Bemessungsgrundlage ist dann der Grundbesitzwert nach dem Bewertungsgesetz, nicht der Kaufpreis der Anteile (§ 8 Abs. 2 GrEStG). Beim Übergang auf neue Gesellschafter schuldet die GmbH selbst die Steuer, bei der Anteilsvereinigung Erwerber und Gesellschaft.

Was ist ein GmbH-Mantel, und welche Risiken hat der Kauf?

Ein Mantel ist eine GmbH, die kein aktives Unternehmen mehr betreibt, nach dem BGH eine leere Hülse. Einen Ertragswert hat er nicht; wirtschaftlich zählt üblicherweise allenfalls sein Vermögen abzüglich der Schulden. Wird er mit einem neuen Geschäftsbetrieb wieder genutzt, gelten die Gründungsvorschriften entsprechend: Die wirtschaftliche Neugründung ist dem Registergericht offenzulegen, samt Versicherung, dass die Einlagen bewirkt sind und sich in der freien Verfügung der Geschäftsführer befinden. Unterbleibt das, haften die Gesellschafter im Umfang einer Unterbilanz, auch der Erwerber des Anteils (II ZR 56/10). Verlustvorträge eines Mantels fallen bei einem Erwerb von mehr als 50 Prozent regelmäßig weg (§ 8c KStG).

Kann ich meine GmbH an einen Mitarbeiter verkaufen?

Ja. Das GmbH-Gesetz selbst verlangt vom Käufer keine besondere Qualifikation; Grenzen können sich etwa aus dem Gesellschaftsvertrag ergeben. Beim ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW ist nach dem Merkblatt (Stand Dezember 2025) die Übernahme einer tätigen Beteiligung förderfähig, wenn der Käufer zur Geschäftsführung befugt und aktiv in der Leitung tätig ist. Werden Mitarbeitern Anteile am Unternehmen des Arbeitgebers unentgeltlich oder verbilligt überlassen, ist der Vorteil nach § 3 Nr. 39 EStG nur bis zu einem Höchstbetrag je Kalenderjahr steuerfrei, und nur, wenn die Beteiligung allen Beschäftigten offensteht, die seit mindestens einem Jahr ununterbrochen im Unternehmen arbeiten.

Management-Buy-out: Übernahme durch das eigene Team

Gibt es einen Förderkredit für den Kauf von GmbH-Anteilen?

Ja, unter Voraussetzungen. Der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW fördert nach dem Merkblatt (Stand Dezember 2025) die Übernahme eines gewerblichen Unternehmens oder einer tätigen Beteiligung sowie deren Aufstockung. Der Antragsteller muss zur Geschäftsführung befugt, soweit erforderlich im Handelsregister eingetragen und aktiv in der Unternehmensleitung tätig sein und hinreichenden unternehmerischen Einfluss besitzen. Die alleinige Übernahme von Anteilen als Finanzinvestition ist nicht förderfähig. Konditionen ändern sich; maßgeblich ist das jeweils aktuelle Merkblatt.

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