Ratgeber Betriebsart

Textilreinigung verkaufen

Wer eine Textilreinigung verkaufen will, verkauft mehr als Maschinen und Kundschaft: Bei einer chemischen Reinigung geht es immer auch um die Lösemittel und den Boden darunter. Für Maschinen mit Tetrachlorethen gilt die 2. BImSchV mit in der Regel jährlichen Messungen, für Kohlenwasserstoff-Lösemittel die 31. BImSchV. Im Branchenkatalog einer Landesumweltbehörde gelten chemische Reinigungen als uneingeschränkt altlastenrelevant, und sanierungspflichtig für einen Bodenschaden können neben dem Verursacher auch Eigentümer und Mieter sein. Leichter ist dafür der Zugang zum Gewerbe: Textilreiniger sind ein zulassungsfreies Handwerk, einen Meisterbrief braucht der Käufer nicht. Dieser Ratgeber zeigt, was Käufer prüfen, wie Betrieb und Immobilie getrennt werden und wie eine Reinigung bewertet wird, Wäschereien und Mietwäsche eingeschlossen.

Im Detail

Worauf es bei Verkauf und Kauf ankommt

Chemische Reinigung verkaufen: Was die 2. BImSchV verlangt

Arbeitet eine chemische Reinigung mit Tetrachlorethen (Perchlorethylen), gilt die 2. BImSchV. Von den leichtflüchtigen Halogenkohlenwasserstoffen ist in Chemischreinigungsanlagen nur Tetrachlorethen zulässig, Trichlorethen und Dichlormethan sind dort ausgeschlossen (§ 2 Abs. 2). Die Beladetür muss verriegelt bleiben, bis die Trocknungsluft am Trommelaustritt nach dem Trocknen höchstens 2 Gramm Lösemittel je Kubikmeter enthält; abgesaugte Abgase laufen über einen Abscheider, der die Emissionen im unverdünnten Abgas auf höchstens 20 Milligramm je Kubikmeter begrenzt. Betrieben werden darf die Anlage, auch als Selbstbedienungsmaschine, nur in Anwesenheit sachkundigen Bedienungspersonals (§ 4).

Einmal im Jahr, spätestens nach zwölf Monaten, lässt der Betreiber die Werte von einer bekannt gegebenen Messstelle prüfen. Das entfällt bei Anlagen mit höchstens 50 Litern Lösemittelfüllung, deren Abgase nicht über einen Abscheider laufen müssen, und für die Abgaswerte, soweit sie laufend mit einer aufzeichnenden Messeinrichtung nachgewiesen werden; diese ist dann jährlich zu kalibrieren (§ 12 Abs. 5 und 9). Den Messbericht bewahrt der Betreiber drei Jahre am Betriebsort auf, ebenso die Aufzeichnungen über zugeführte Lösemittel, Entsorgung, Betriebsstunden, Instandhaltung und das Gewicht der gereinigten Ware, soweit nicht schon Abfall- oder Wasserrecht sie verlangt (§§ 11, 12). Ist eine Anforderung nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand zu erfüllen, kann die Behörde auf Antrag eine Ausnahme zulassen, wenn keine schädlichen Umwelteinwirkungen zu erwarten sind (§ 19 Abs. 2).

Auch die Nachbarn schützt die Verordnung: Wird in einem betriebsfremden Aufenthaltsraum oder einem angrenzenden Lebensmittelbetrieb über sieben Tage gemittelt mehr als 0,1 Milligramm Tetrachlorethen je Kubikmeter Raumluft festgestellt, das auf die Anlage zurückgeht, muss der Betreiber binnen sechs Monaten Abhilfe schaffen (§ 16).

Textilreinigung übernehmen: Braucht der Käufer einen Meisterbrief?

Nein. Textilreiniger stehen als Nummer 31 in Anlage B Abschnitt 1 der Handwerksordnung und sind damit ein zulassungsfreies Handwerk. Bügelanstalten für Herren-Oberbekleidung, Schnellreiniger und Teppichreiniger führt Abschnitt 2 als handwerksähnliche Gewerbe (Nummern 26, 45 und 46). Ein zulassungsfreies Handwerk liegt allerdings nur vor, wenn das Gewerbe handwerksmäßig betrieben wird (§ 18 Abs. 2 HwO); eine Großwäscherei kann deshalb auch ein Industriebetrieb sein.

Wer den Betrieb beginnt oder beendet, zeigt das unverzüglich der Handwerkskammer an, bei juristischen Personen mit den Namen der gesetzlichen Vertreter (§ 18 Abs. 1 HwO). Die Kammer trägt die Inhaber in das Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke ein (§ 19 HwO). Beim Verkauf eines Einzelunternehmens zeigt also der Verkäufer das Ende und der Käufer den Beginn an. Für nicht genehmigungsbedürftige Anlagen knüpft die 2. BImSchV ihre Anzeigepflicht dagegen an die Inbetriebnahme und wesentliche Änderungen der Anlage; einen Betreiberwechsel nennt sie nicht. Ob die Behörde bei einem Wechsel dennoch eine Mitteilung erwartet, lässt sich vorab bei ihr klären.

Die eigentliche Hürde liegt woanders: Eine Reinigungsmaschine mit Tetrachlorethen darf grundsätzlich nur in Anwesenheit sachkundigen Personals laufen (§ 4 Abs. 6 der 2. BImSchV). Für einen Käufer ohne Erfahrung im Gewerbe entscheidet deshalb, ob erfahrene Mitarbeiter bleiben. Bei Maschinen mit Tetrachlorethen begrenzt den Kreis möglicher Käufer nicht der Meisterbrief, sondern die Sachkunde im Team.

Reinigen mit Kohlenwasserstoff-Lösemitteln: Was die 31. BImSchV regelt

Arbeitet die Reinigung mit Kohlenwasserstoff-Lösemitteln, gilt statt der 2. die 31. BImSchV; Anlagen der 2. BImSchV nimmt sie aus (§ 1 Abs. 2). Für Chemischreinigungsanlagen liegt ihr Schwellenwert bei null Tonnen Lösemittelverbrauch im Jahr, sie erfasst also jede Anlage, die Lösemittel verbraucht. Gereinigt und getrocknet wird im geschlossenen System, die Beladetür öffnet sich erst, wenn in der Trommel höchstens 5 Gramm Lösemittel je Kubikmeter verbleiben, und die Lösemittel brauchen unter anderem einen Flammpunkt über 55 Grad Celsius. Insgesamt dürfen je Kilogramm gereinigter und getrockneter Ware höchstens 20 Gramm flüchtige organische Verbindungen entweichen (Anhang III Nr. 3.1).

Der Betreiber einer nicht genehmigungsbedürftigen Anlage zeigt sie der Behörde vor der Inbetriebnahme an, wesentliche Änderungen vorher. Mindestens einmal im Kalenderjahr lässt er die Einhaltung mit einer Lösungsmittelbilanz feststellen; den Bericht bewahrt er fünf Jahre am Betriebsort auf (§ 5 Abs. 2, 6 und 8).

Die genannten Werte und Pflichten stehen in der Neufassung der 31. BImSchV vom 10. Januar 2024. Für bestehende Anlagen gelten ihre Vorschriften grundsätzlich erst ab dem 16. Januar 2029, bis dahin die Fassung von 2001 (§ 13 Abs. 2). Eine nicht genehmigungsbedürftige Anlage gilt als bestehend, wenn sie vor dem 16. Januar 2024 zugelassen oder, falls keine Zulassung nötig war, mit ihrer Errichtung begonnen worden war (§ 2 Nr. 3). Für den Käufer einer bestehenden Reinigung gehört deshalb zur Prüfung, welche Fassung für die Maschine gilt und ob sie die Werte der Neufassung einhält.

Altlasten: Warum der Boden den Preis einer chemischen Reinigung bestimmen kann

Im Branchenkatalog zur historischen Erhebung von Altstandorten der baden-württembergischen Landesanstalt für Umweltschutz (1993) gelten chemische Reinigungen als uneingeschränkt altlastenrelevant, die höchste von drei Stufen; Wäschereien sind eingeschränkt altlastenrelevant. Als Bezugsdatum für die Altlastenrelevanz nennt der Katalog bei chemischen Reinigungen etwa das Jahr 1860.

Sanierungspflichtig sind nach § 4 Abs. 3 Satz 1 BBodSchG der Verursacher und sein Gesamtrechtsnachfolger, der Grundstückseigentümer und der Inhaber der tatsächlichen Gewalt, also auch ein Mieter oder Pächter. Die Pflicht umfasst auch Verunreinigungen von Gewässern, die vom belasteten Boden ausgehen. Ein früherer Eigentümer bleibt in der Pflicht, wenn er das Grundstück nach dem 1. März 1999 übertragen und die Belastung dabei gekannt hat oder kennen musste; das gilt nicht, wenn er beim eigenen Erwerb schutzwürdig darauf vertraut hat, dass keine Belastung vorhanden ist (§ 4 Abs. 6).

Bei hinreichendem Verdacht kann die Behörde den Pflichtigen Untersuchungen aufgeben (§ 9 Abs. 2); die Kosten trägt, wer herangezogen wird (§ 24 Abs. 1). Untereinander gleichen mehrere Pflichtige nach ihren Verursachungsanteilen aus, soweit sie nichts anderes vereinbart haben (§ 24 Abs. 2). Eine Klausel im Kaufvertrag verteilt also die Kosten zwischen Käufer und Verkäufer, die Behörde bindet sie nicht. Die Erfassung von Altlasten und altlastverdächtigen Flächen können die Länder regeln (§ 11 BBodSchG).

Reinigung mit oder ohne Immobilie verkaufen: Betrieb und Grundstück trennen

Ob das Grundstück mitverkauft wird, verändert die Lage beider Seiten. Kauft der Käufer Betrieb und Grundstück, wird er Eigentümer und kann damit selbst sanierungspflichtig werden; der Vertrag bedarf dann der notariellen Beurkundung (§ 311b BGB). Mietet er nur die Räume, kann er als Inhaber der tatsächlichen Gewalt ebenfalls herangezogen werden, und ist der Verkäufer Eigentümer oder Verursacher, bleibt er in der Pflicht. Ein Bodenschaden folgt also nicht dem Kaufvertrag, sondern dem Grundstück und seiner Verursachung.

Für die Bewertung nach dem AWH-Standard ist die Trennung vorgegeben: Bewertet wird ohne Betriebsgrundstück und Gebäude; arbeitet der Betrieb auf eigenem Grund, setzt das Verfahren stattdessen eine branchen- und ortsübliche Miete an. Behält ein Einzelunternehmer das Gebäude aus seinem Betriebsvermögen, werden dessen stille Reserven in der Regel mitversteuert.

Was ein Bodenschaden kosten kann, regeln Käufer und Verkäufer deshalb im Vertrag, etwa mit einer Garantie zum Zustand des Bodens, einer Freistellung von Sanierungskosten oder einem Einbehalt vom Kaufpreis. Grundlage dafür sind eine Auskunft aus der Erfassung des Landes, soweit es solche Flächen erfasst, und ein Bodengutachten; ohne sie verhandeln beide Seiten über ein unbekanntes Risiko.

Textilreinigung verkaufen: Anteilskauf oder Betriebsübertragung?

Beim Anteilskauf einer Reinigungs-GmbH bleibt die Gesellschaft Betreiberin der Anlagen. Anzeigen, Messberichte und Genehmigungen bleiben bei ihr, und die Arbeitsverhältnisse laufen weiter, denn der bloße Anteilserwerb ist kein Betriebsübergang (BAG, 8 AZR 91/15). Ist die GmbH als Verursacherin, Eigentümerin oder Nutzerin des Grundstücks für einen Bodenschaden verantwortlich, bleibt sie es, und der Käufer trägt das wirtschaftlich mit. Gehört ihr das Grundstück, ist nach § 4 Abs. 3 Satz 4 BBodSchG außerdem verpflichtet, wer aus handels- oder gesellschaftsrechtlichem Rechtsgrund für sie einzustehen hat. Schon der Kaufvertrag über die Anteile bedarf wie ihre Abtretung der notariellen Form (§ 15 Abs. 3 und 4 GmbHG).

Bei der Betriebsübertragung wird der Käufer neuer Betreiber. Fallen Lösemittelbehälter oder Maschinen unter die Anlagenverordnung AwSV, ist ihm die Anlagendokumentation zu übergeben (§ 43 Abs. 1); bei prüfpflichtigen Anlagen zeigt er den Wechsel der Behörde unverzüglich schriftlich an (§ 40 Abs. 4). Die Arbeitsverhältnisse gehen nach § 613a BGB über, soweit die Beschäftigten nicht widersprechen, und offene Reinigungsaufträge übernimmt der Käufer anstelle des Verkäufers nur mit Genehmigung der Kunden (§ 415 BGB).

Führt der Käufer das Geschäft unter der bisherigen Firma fort, haftet er für frühere Geschäftsverbindlichkeiten, sofern kein Haftungsausschluss im Handelsregister eingetragen und bekannt gemacht oder den Gläubigern mitgeteilt wurde (§ 25 HGB). Für betriebliche Steuern des Verkäufers haftet er auch ohne Firmenfortführung, zeitlich begrenzt und mit dem übernommenen Vermögen (§ 75 AO). Umsatzsteuer fällt nicht an, wenn der Betrieb im Ganzen an einen Unternehmer geht, der ihn fortführt (§ 1 Abs. 1a UStG).

Wäscherei verkaufen: Abwasser, Mietwäsche und Kundenverträge

Für Wäschereien stellt Anhang 55 der Abwasserverordnung eigene Anforderungen. Ausgenommen sind unter anderem die Wäsche von Haushaltstextilien in Münz-Waschsalons mit Selbstbedienungs-Waschautomaten und die Wäsche von Haushalts-, Gaststätten- und Hoteltextilien, wenn keine chlororganischen oder Chlor abspaltenden Wasch- und Waschhilfsmittel und kein Elementarchlor eingesetzt werden. Vor der Vermischung mit anderem Abwasser gelten zusätzliche Werte für Krankenhaus- und Heimwäsche und für Berufskleidung des Fleisch und Fisch verarbeitenden Gewerbes, außer dieses Waschgut macht höchstens 10 Prozent der Waschkapazität aus, sowie für Putztücher, Teppiche, Matten und Berufsbekleidung aus Metallbearbeitung, Maschinenbau, Kfz- und Chemiebetrieben. Für das Abwasser aus der Chemischreinigung mit Halogenkohlenwasserstoffen, also mit Maschinen nach der 2. BImSchV, legt Anhang 52 vor der Vermischung einen AOX-Wert von 0,5 Milligramm je Liter fest.

Wo die Verordnung Anforderungen vor der Vermischung oder am Ort des Anfalls stellt, braucht das Einleiten in die öffentliche Kanalisation grundsätzlich eine Genehmigung (§ 58 WHG); weitergehende Vorschriften der Länder bleiben unberührt. Einen Übergang der Genehmigung auf einen neuen Betreiber regelt § 58 WHG nicht, der Bescheid gehört deshalb in die Prüfung.

Bei Mietwäsche hängt der Betrieb an den Verträgen mit Hotels, Kliniken oder Unternehmen. Beim Anteilskauf bleiben sie bei der Gesellschaft, soweit keine Klausel für einen Kontrollwechsel greift; beim Verkauf des Betriebs gehen sie nur mit Zustimmung der Kunden über. Zu klären ist auch, wem die Wäsche gehört, die bei den Kunden im Umlauf ist.

Textilreinigung bewerten: Ertrag, Maschinen und Umweltrisiken

Auch eine Textilreinigung lässt sich nach dem AWH-Standard bewerten, dem Ertragswertverfahren des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, mit dem die Betriebsberater des Handwerks arbeiten. Vom bereinigten Ergebnis zieht es einen Unternehmerlohn ab, dessen Untergrenze der Monatslohn eines Meisters bildet, erhöht um Arbeitgeberanteile und einen Zuschlag von 20 bis 50 Prozent; eine Ausnahme für zulassungsfreie Handwerke enthält das Handbuch nicht.

Risiken bildet das Verfahren im Kapitalisierungszins ab, mit Zuschlägen, die je Faktor in der Regel zwischen 0 und 2 Prozent liegen. Drei der acht Faktoren betreffen eine Reinigung unmittelbar: die Betriebsausstattung mit Modernität der Maschinen und Investitionsstau, der Standort mit dem Immissionsrecht und das sonstige betriebsspezifische Risiko, für das das Handbuch ausdrücklich Umweltrisiken nennt. Einen eigenen Rechenschritt für Altlasten sieht es nicht vor. Steht eine einmalige Aufwendung sicher fest, etwa die Nachrüstung einer Maschine, verteilt das Verfahren sie über die Nutzungsdauer der Investition, statt sie als Einmalbetrag in die Ertragsprognose zu übernehmen.

Liegt der Ertragswert unter dem Substanzwert aus Maschinen, Einrichtung und Vorräten zum Zeitwert, kann der Substanzwert den Mindestwert bilden. Absolute Untergrenze ist der Liquidationswert, also die Verkaufserlöse abzüglich Verbindlichkeiten und Liquidationskosten. Das Ergebnis ist ausdrücklich kein Marktpreis, sondern Grundlage für die Verhandlung, in der Käufer und Verkäufer auch über den Umgang mit einem ungeklärten Bodenverdacht entscheiden.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung im Einzelfall.

Wert

Was Ihr Unternehmen wert ist

Eine Multiplikator-Bandbreite nennen wir für Textilreinigungen bewusst nicht: Belastbare veröffentlichte Werte für die Branche liegen uns nicht vor, und der Wert einer chemischen Reinigung hängt an Risiken, die ein Multiplikator nicht abbildet, vor allem am Zustand von Boden und Maschinen. Die Betriebsberater des Handwerks bewerten nach dem AWH-Standard: Vom Ergebnis wird ein Unternehmerlohn von mindestens einem Meistergehalt abgezogen, Umweltrisiken fließen als Zuschlag in den Kapitalisierungszins, Grundstück und Gebäude bleiben außen vor (ZDH, AWH-Handbuch). Unser Rechner multipliziert das bereinigte Ergebnis und hat kein eigenes Feld für Umwelt- oder Sanierungsrisiken; für Textilreinigungen liefert er deshalb allenfalls eine grobe Orientierung.

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Unternehmenswert berechnen
Käufersicht

Worauf Käufer schauen

Diese Punkte prüfen Interessenten früh — und sie entscheiden häufig darüber, wie ernst aus einem ersten Gespräch eine Verhandlung wird.

  • Welches Lösemittel die Maschinen nutzen, wie alt sie sind und ob die letzten Messberichte die Grenzwerte belegen
  • Aufzeichnungen über zugeführte Lösemittel, Entsorgung, Betriebsstunden und Instandhaltung der letzten drei Jahre
  • Auskunft aus der Altlastenerfassung des Landes, soweit vorhanden, und ein Gutachten zum Boden
  • Garantie, Freistellung oder Einbehalt für Bodenrisiken und wer die Kosten einer Untersuchung trägt
  • Bei Maschinen mit Tetrachlorethen: ob sachkundige Mitarbeiter bleiben, in deren Anwesenheit die Maschinen laufen dürfen
  • Mietvertrag: Restlaufzeit, erlaubte Nutzung als Reinigung und Zustimmung des Vermieters zum Eintritt des Käufers
  • Genehmigung für das Einleiten von Abwasser und Anlagendokumentation nach der AwSV
  • Kundenware und offene Aufträge am Stichtag, bei Mietwäsche Laufzeiten der Verträge und Eigentum am Wäschebestand
  • Nachbarschaft: angrenzende Wohnungen oder Lebensmittelbetriebe und ob es Beschwerden oder Raumluftmessungen gab
Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Was ist eine Textilreinigung wert?

Den Wert einer Textilreinigung bestimmt nach dem AWH-Standard der Ertrag nach Abzug eines Unternehmerlohns von mindestens einem Meistergehalt, kapitalisiert mit einem Zins, der Risiken über Zuschläge abbildet. Für das sonstige betriebsspezifische Risiko nennt das Handbuch ausdrücklich Umweltrisiken, für die Betriebsausstattung die Modernität der Maschinen. Liegt der Ertragswert unter dem Substanzwert aus Maschinen, Einrichtung und Vorräten zum Zeitwert, kann der Substanzwert den Mindestwert bilden; Grundstück und Gebäude bleiben außerhalb der Bewertung. Einen Prozentsatz vom Umsatz als Faustformel sieht das Verfahren nicht vor. Der Kaufpreis selbst entsteht in der Verhandlung.

AWH-Standard

Textilreinigung verkaufen: Was gehört in den Vertrag?

Neben Kaufpreis und Stichtag hält der Vertrag bei einer Reinigung vor allem fest, was übergeht und wer welches Risiko trägt. Dazu gehören die Maschinen mit ihren Unterlagen, also Messberichte, Aufzeichnungen und gegebenenfalls die Anlagendokumentation nach der AwSV, sowie der Umgang mit Kundenware und offenen Aufträgen, die beim Verkauf des Betriebs nur mit Genehmigung der Kunden übergehen. Für den Boden kommen eine Garantie, eine Freistellung und ein Einbehalt vom Kaufpreis in Betracht; die Behörde binden sie nicht, sie verteilen nur die Kosten zwischen den Parteien. Notariell zu beurkunden sind beim Verkauf von GmbH-Anteilen schon der Kaufvertrag und die Abtretung, außerdem ein Vertrag, mit dem das Grundstück mitverkauft wird.

Unternehmenskaufvertrag

Braucht der Käufer einer Textilreinigung einen Meisterbrief?

Nein. Textilreiniger sind nach Anlage B Abschnitt 1 Nr. 31 der Handwerksordnung ein zulassungsfreies Handwerk; einen Meisterbrief verlangt die Handwerksordnung weder vom Käufer noch von einem Betriebsleiter. Übernimmt der Käufer den Betrieb, zeigt er den Beginn unverzüglich der Handwerkskammer an, die ihn in ihr Verzeichnis einträgt. Wird die Reinigung nicht handwerksmäßig betrieben, sondern industriell, ist sie kein zulassungsfreies Handwerk im Sinne der Handwerksordnung. Für Maschinen mit Tetrachlorethen verlangt die 2. BImSchV aber sachkundiges Bedienungspersonal. Wer selbst nicht vom Fach ist, braucht deshalb erfahrene Mitarbeiter, die bleiben.

Haftet der Käufer für Altlasten einer chemischen Reinigung?

Wer den Betrieb übernimmt oder das Grundstück kauft, kann zur Sanierung herangezogen werden, auch ohne den Schaden verursacht zu haben. Nach § 4 Abs. 3 Satz 1 BBodSchG sind neben dem Verursacher der Grundstückseigentümer und der Inhaber der tatsächlichen Gewalt sanierungspflichtig, also auch ein Käufer, der das Grundstück erwirbt oder als Mieter nutzt. Beim Kauf von GmbH-Anteilen bleibt die Gesellschaft pflichtig, wenn sie den Schaden verursacht hat, Eigentümerin ist oder das Grundstück etwa als Mieterin nutzt. Der Erwerber der Anteile wird dadurch weder Eigentümer noch Mieter, trägt die Last aber wirtschaftlich mit. Gehört der Gesellschaft das Grundstück, ist nach § 4 Abs. 3 Satz 4 BBodSchG außerdem verpflichtet, wer aus handels- oder gesellschaftsrechtlichem Rechtsgrund für sie einzustehen hat. Hat der Verkäufer den Schaden verursacht, bleibt er in der Pflicht. Als früherer Eigentümer ist er es außerdem, wenn er das Grundstück nach dem 1. März 1999 übertragen und die Belastung gekannt hat oder kennen musste, es sei denn, er durfte beim eigenen Erwerb schutzwürdig auf das Fehlen einer Belastung vertrauen. Untereinander gleichen die Pflichtigen nach Verursachung aus, soweit nichts anderes vereinbart ist. Eine Freistellung im Kaufvertrag regelt dieses Innenverhältnis, die Behörde bindet sie nicht.

Freistellung (Unternehmenskauf)

Welche Unterlagen braucht der Käufer einer chemischen Reinigung?

Für Maschinen mit Tetrachlorethen sind am Betriebsort drei Jahre lang die Messberichte einer bekannt gegebenen Stelle aufzubewahren, soweit eine wiederkehrende Messung vorgeschrieben ist, bei laufender Messung die Mess- und Kalibrierunterlagen. Ebenso lange aufzubewahren sind die Aufzeichnungen über zugeführte Lösemittel, Entsorgung, Betriebsstunden, Instandhaltung und das Gewicht der gereinigten Ware, soweit nicht schon Abfall- oder Wasserrecht sie verlangt. Bei Kohlenwasserstoff-Lösemitteln verlangt die Neufassung der 31. BImSchV, sobald sie für die Anlage gilt, jährlich eine Lösungsmittelbilanz, deren Bericht fünf Jahre aufzubewahren ist. Hinzu kommen die Anzeigen an die Behörde, eine erforderliche Genehmigung für das Einleiten von Abwasser, gegebenenfalls die Anlagendokumentation nach der AwSV und eine Auskunft zum Boden, etwa aus der Erfassung des Landes oder einem Gutachten. Fehlt ein vorgeschriebener Messbericht, ist offen, ob die Maschine die Grenzwerte einhält.

Due Diligence

Was passiert bei der Übergabe mit Kundenware und offenen Aufträgen?

Kleidung, Teppiche oder Wäsche, die Kunden zur Reinigung gebracht haben, gehören nicht zum Inventar, das der Verkäufer überträgt; Eigentümer bleiben die Kunden. Gegenstand eines Werkvertrags kann nach § 631 Abs. 2 BGB auch die Veränderung einer Sache sein, Reinigungsaufträge lassen sich danach als Werkverträge einordnen. Beim Verkauf des Betriebs übernimmt der Käufer die Pflichten aus offenen Aufträgen anstelle des Verkäufers nur mit Genehmigung der Kunden (§ 415 BGB); beim Anteilskauf bleibt die Gesellschaft Vertragspartnerin. Eine Liste der Ware am Stichtag mit Auftragsnummern und bezahlten Beträgen schafft für die Übergabe eine gemeinsame Grundlage.

Asset Deal

Textilreinigung verkaufen: Welche Kosten fallen an?

Eine feste Gesamtsumme gibt es nicht, die Kosten hängen vom Weg ab. Notarkosten sind gesetzlich festgelegt, Vereinbarungen über ihre Höhe sind grundsätzlich unwirksam (§ 125 GNotKG). Sie entstehen beim Verkauf von GmbH-Anteilen, für den schon der Kaufvertrag zu beurkunden ist, und wenn das Grundstück mitverkauft wird. Je nach Fall kommen Bewertung, Beratung und eine Untersuchung des Bodens hinzu. Ordnet die Behörde bei hinreichendem Verdacht Untersuchungen an, trägt die Kosten, wer herangezogen wird; erstattet werden sie, wenn sich der Verdacht nicht bestätigt und der Herangezogene die Verdachtsumstände nicht zu vertreten hat (§ 24 Abs. 1 BBodSchG). Wer eine freiwillige Untersuchung vor dem Verkauf bezahlt, legen Käufer und Verkäufer selbst fest.

Notarkosten beim Unternehmenskauf

Welche Steuern fallen beim Verkauf einer Textilreinigung an?

Beim Einzelunternehmen zählt der Veräußerungsgewinn zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb; auch die Aufgabe des Betriebs gilt als Veräußerung. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat oder im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist, erhält auf Antrag einmal im Leben einen Freibetrag von 45.000 Euro, der ab 136.000 Euro Gewinn abschmilzt, und einmal einen ermäßigten Steuersatz von 56 Prozent des durchschnittlichen Satzes, mindestens 14 Prozent. Begünstigt ist der Verkauf nach dem Bundesfinanzhof nur, wenn der Inhaber alle wesentlichen Betriebsgrundlagen in einem Vorgang veräußert und seine im Betrieb ausgeübte Tätigkeit einstellt; behält er das Gebäude aus dem Betriebsvermögen, werden dessen stille Reserven in der Regel mitversteuert. Für GmbH-Anteile ab einem Prozent Beteiligung in den letzten fünf Jahren gilt § 17 EStG mit dem Teileinkünfteverfahren; die Übertragung im Ganzen an einen fortführenden Unternehmer unterliegt nicht der Umsatzsteuer.

Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG

Wäscherei mit Mietwäsche verkaufen: Gehen die Kundenverträge mit?

Beim Anteilskauf bleiben die Verträge mit Hotels, Kliniken oder Unternehmen bei der Gesellschaft; ändern kann sich das, wenn ein Vertrag eine Klausel für den Kontrollwechsel enthält. Beim Verkauf des Betriebs gehen die Verträge nur mit Zustimmung des jeweiligen Kunden auf den Käufer über. Für Käufer zählen deshalb Laufzeiten, Kündigungsfristen und die Frage, wem die Mietwäsche gehört, die bei den Kunden im Umlauf ist. Wäscht der Betrieb Krankenhaus- oder Heimwäsche, gelten nach Anhang 55 der Abwasserverordnung vor der Vermischung mit anderem Abwasser eigene AOX-Werte, außer dieses Waschgut macht höchstens 10 Prozent der Waschkapazität aus.

Change-of-Control-Klausel

Was bedeutet die Ablöse beim Kauf einer Reinigung?

Ablöse ist weder ein Begriff des Gesetzes noch des AWH-Standards. Am nächsten kommt ihr dort der Substanzwert: Maschinen, Einrichtung und Vorräte zum Zeitwert. Einen Firmenwert für Kundschaft und Standort gibt es im Verfahren nur, wenn der Ertragswert über dem Substanzwert liegt. Bei einer chemischen Reinigung kann der Zeitwert der Maschinen auch davon abhängen, ob sie die Grenzwerte der Lösemittel-Verordnungen einhalten; für Maschinen mit Tetrachlorethen belegt das in der Regel der jährliche Messbericht. In den Mietvertrag tritt ein Nachfolger nur mit Mitwirkung des Vermieters ein.

Substanzwert

Kann ich meine Textilreinigung anonym verkaufen?

Ja. Eine Reinigung lässt sich ohne Namen inserieren, mit einem neutralen Branchenbild statt eigener Fotos und einem Standort, der nur so genau erscheint, wie Sie es wählen. Für eine Reinigung zählen Stammkunden und sachkundige Mitarbeiter, ohne die eine Maschine mit Tetrachlorethen nicht laufen darf; ein vorzeitig bekannt gewordener Verkauf kann beide verunsichern. Messberichte, Bodengutachten und Kundenverträge folgen üblicherweise erst, wenn ein ausgewählter Interessent eine Geheimhaltungsvereinbarung unterzeichnet hat.

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