Ratgeber Betriebsart

Friseursalon verkaufen

Zum Verkauf eines Friseursalons gehören typischerweise Einrichtung, Warenbestand, der Mietvertrag und das Team. Weiterführen darf den Salon aber nur, wer in der Handwerksrolle eingetragen ist, denn das Friseurhandwerk ist zulassungspflichtig. Ob Interessenten einen Meisterbrief mitbringen, als erfahrene Gesellin oder erfahrener Geselle eine Ausübungsberechtigung erhalten oder den Salon mit einer angestellten Meisterin als Betriebsleiterin führen, bestimmt den Kreis möglicher Käufer. Zwei weitere Punkte prägen den Salonverkauf: Die Kundenkartei darf nicht einfach mitgegeben werden, und bei kleinen, inhabergeführten Salons kann der Wert von Einrichtung und Waren, die sogenannte Ablöse, zum maßgeblichen Anker des Preises werden. Diese Seite ordnet ein, was dabei rechtlich gilt und wie die Betriebsberater des Handwerks einen Salon bewerten.

Im Detail

Worauf es bei Verkauf und Kauf ankommt

Wer einen Friseursalon weiterführen darf

Friseure stehen als Nummer 38 in Anlage A der Handwerksordnung; das Handwerk ist damit zulassungspflichtig. Einen Salon selbstständig betreiben darf nur, wer in der Handwerksrolle eingetragen ist (§ 1 Abs. 1 HwO). Kaufen kann ihn dagegen jede Person und jede Gesellschaft. Zum Stichtag 31.12.2025 waren bundesweit 80.118 Friseurbetriebe in den Handwerksrollen eingetragen, mehr als in jedem anderen zulassungspflichtigen Handwerk.

Für die Eintragung stehen vor allem vier Wege offen: die eigene Meisterprüfung (§ 7 Abs. 1a HwO), ein angestellter Betriebsleiter, der die Voraussetzungen erfüllt (§ 7 Abs. 1 HwO), die Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen (§ 7b HwO) und eine Ausnahmebewilligung bei nachgewiesenen Kenntnissen und Fertigkeiten (§ 8 HwO), die es nur in Ausnahmefällen gibt, etwa wenn die Meisterprüfung eine unzumutbare Belastung wäre. Die Ausübungsberechtigung nimmt nur das Schornsteinfegerhandwerk und die Gesundheitshandwerke der Anlage A aus und steht damit auch Friseurinnen und Friseuren offen. Verlangt werden eine bestandene Gesellenprüfung und sechs Jahre Tätigkeit im Handwerk, davon insgesamt vier in leitender Stellung.

Wer keinen dieser Wege gehen kann, darf den Salon zwar kaufen, aber nicht betreiben. Kosmetische Leistungen fallen nicht unter die Meisterpflicht, denn Kosmetiker sind ein zulassungsfreies Handwerk der Anlage B.

Was ein Betriebsleiter im Friseursalon leisten muss

Die Inhaberin oder der Inhaber eines Salons muss die Qualifikation nicht selbst besitzen: Eine Einzelperson, eine GmbH oder eine Personengesellschaft wird auch dann eingetragen, wenn ihr Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllt (§ 7 Abs. 1 S. 1 HwO). An diese Rolle legen die Handwerkskammern strenge Maßstäbe an.

Nach der ständigen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, wie die Handwerkskammer Düsseldorf sie zusammenfasst, muss der Betriebsleiter die handwerkliche Arbeit wie ein selbstständiger Meister leiten, Vorgesetzter der handwerklich Beschäftigten sein und die Leitung tatsächlich ausüben; Ausgangspunkt ist bei einem Vollzeitbetrieb eine Vollzeitstelle. Eine Person nur auf dem Papier, ein zweites Anstellungsverhältnis oder eine freie Mitarbeit auf Honorarbasis genügt nicht.

Für Betriebe wie Friseursalons, in denen die Leistung in relativ kurzer Zeit am Körper der Kundschaft erbracht wird, verlangt die Handwerkskammer Hamburg zudem, dass ständig ein Betriebsleiter anwesend ist. Scheidet der Betriebsleiter aus, ist unverzüglich ein neuer einzusetzen (§ 4 Abs. 2 HwO). Für den Verkauf hat das eine praktische Folge: Bleibt eine angestellte Meisterin im Team und übernimmt sie die Leitung tatsächlich, kommen auch Käufer ohne eigene Qualifikation infrage.

Wie sich der Wert eines Friseursalons berechnen lässt

Die Betriebsberater der Handwerksorganisationen bewerten Handwerksbetriebe und damit auch Salons nach dem AWH-Standard des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, einem an das Handwerk angepassten Ertragswertverfahren. Vom bereinigten Ergebnis wird ein kalkulatorischer Unternehmerlohn abgezogen: mindestens ein Meistergehalt, dazu die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung und ein Zuschlag von 20 bis 50 Prozent. Risiken wie die Kundenstruktur aus Lauf- und Stammkundschaft und vor allem die Abhängigkeit von der Inhaberin, bewertet mit einem Zuschlag von bis zu 30 Prozent, erhöhen den Kapitalisierungszins, statt den Gewinn zu mindern.

Daneben steht der Substanzwert: bewegliches Anlagevermögen und Warenlager, beim Salon also Einrichtung, Geräte und Produktbestand zum Zeitwert. Ein Firmenwert, zu dem das Handbuch ausdrücklich den Kundenstamm zählt, entsteht nur, wenn der Ertragswert den Substanzwert übersteigt. Liegt er darunter, kann der Substanzwert als Mindestwert den Unternehmenswert bilden.

Für die Branche ist das bedeutsam, weil viele Salons klein sind: Laut Umsatzsteuerstatistik 2021 lagen 74,5 Prozent der umsatzsteuerpflichtigen Friseurunternehmen unter 125.000 Euro Jahresumsatz. Im Einzelunternehmen steckt im Gewinn noch der Lohn für die eigene Arbeit der Inhaberin; nach Abzug des Unternehmerlohns kann wenig oder nichts übrig bleiben. Das Ergebnis der Bewertung ist ausdrücklich kein Marktpreis; der Preis entsteht in der Verhandlung.

Darf der Kundenstamm eines Friseursalons mitverkauft werden?

Nicht ohne Weiteres. Nach dem Beschluss der Datenschutzkonferenz vom 11.09.2024 kommt es auf die Form des Verkaufs an: Werden Anteile einer Salon-GmbH verkauft, bleibt die Gesellschaft Verantwortliche; abgesehen von der Prüfung durch Interessenten ist das grundsätzlich unproblematisch. Wird der Salon dagegen als Betrieb übertragen, etwa beim Kauf eines Einzelunternehmens, gehen die Daten an einen neuen Verantwortlichen und brauchen eine eigene Rechtsgrundlage; Handwerkerinnen und Handwerker nennt die Datenschutzkonferenz dabei ausdrücklich.

Vor Abschluss des Kaufvertrags ist die Weitergabe von Kunden- und Beschäftigtendaten an Interessenten grundsätzlich unzulässig. Danach kommt es auf die Kundenbeziehung an. Laufend ist sie, solange Verpflichtungen des Verkäufers nicht erloschen oder Verjährungs- und Garantiefristen nicht abgelaufen sind, etwa bei einem nicht eingelösten Gutschein. Daten der übrigen Kundinnen und Kunden darf der Käufer nur im Auftrag des Verkäufers zur Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungsfristen und strikt getrennt verwahren (Zwei-Schrank-Lösung), oder sie bleiben beim Verkäufer; für eigene Zwecke nutzen darf er sie erst mit Einwilligung.

Vermerke zu Allergien oder Unverträglichkeiten können Gesundheitsdaten sein und gehen nur mit ausdrücklicher Einwilligung über. Wer Kundendaten erhält, muss die Betroffenen grundsätzlich spätestens einen Monat danach informieren (Art. 14 DSGVO); Werbung per E-Mail setzt regelmäßig eine Einwilligung voraus.

Mitarbeiter und Stuhlmieter beim Salonverkauf

Wird der Salon als Betrieb auf einen neuen Inhaber übertragen, gehen die bestehenden Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB mit allen Rechten und Pflichten auf den Käufer über; eine Kündigung wegen des Übergangs ist unwirksam. Die Beschäftigten sind vorher in Textform über Zeitpunkt, Grund, Folgen und geplante Maßnahmen zu unterrichten und können binnen eines Monats nach Zugang schriftlich widersprechen. Welche Stylistinnen die Stammkundschaft betreuen, ist für Käufer ein zentraler Prüfpunkt, denn ein nachvertragliches Wettbewerbsverbot bindet Angestellte nur, wenn es schriftlich vereinbart ist und eine Entschädigung von mindestens der Hälfte der zuletzt bezogenen Vergütung je Verbotsjahr vorsieht, und höchstens für zwei Jahre (§ 110 GewO, §§ 74, 74a HGB).

Anders liegt es bei Stuhlmietern. Echte Stuhlmietverträge sind Verträge mit Selbstständigen und gehen nicht nach § 613a BGB über; sie werden gesondert übernommen oder neu geschlossen. Ob jemand tatsächlich selbstständig ist, entscheidet die gelebte Praxis, nicht der Vertragstitel: Weisungen und die Eingliederung in den Salonbetrieb sprechen für eine Beschäftigung (§ 7 Abs. 1 SGB IV).

Wer im Salon als eigener Unternehmer frisiert, braucht zudem eine eigene Eintragung in die Handwerksrolle (§ 1 Abs. 1 HwO). Flächen an Stuhlmieter zu überlassen, setzt die Erlaubnis des Vermieters voraus, sofern der Mietvertrag sie nicht schon enthält (§ 540 Abs. 1 BGB).

Was in den Kaufvertrag beim Verkauf eines Friseursalons gehört

Üblich ist eine Inventarliste, die Einrichtung und Geräte mit Zeitwerten sowie den Warenbestand aufführt. Wie der Kaufpreis auf Inventar, Waren und Firmenwert verteilt wird, hat für den Käufer steuerliche Folgen, denn einen gekauften Firmenwert schreibt er über 15 Jahre ab (§ 7 Abs. 1 S. 3 EStG).

Offene Gutscheine sind Verbindlichkeiten des Verkäufers. Übernimmt der Käufer sie mit Wirkung gegenüber den Kunden, ist das eine Schuldübernahme, die deren Genehmigung braucht (§ 415 BGB); verpflichtet er sich nur gegenüber dem Verkäufer, erwerben die Kunden im Zweifel keinen eigenen Anspruch gegen ihn (§ 329 BGB).

Der Eintritt in den Mietvertrag setzt die Mitwirkung des Vermieters voraus. Ein Gewerbemietvertrag über mehr als ein Jahr, der die gesetzliche Form nicht wahrt, gilt als auf unbestimmte Zeit geschlossen und ist dann mit gesetzlicher Frist kündbar, spätestens am dritten Werktag eines Kalendervierteljahres zum Ablauf des nächsten (§§ 550, 578, 580a BGB); die vereinbarte feste Laufzeit schützt dann nicht. Nachvertragliche Wettbewerbsverbote sind nach ständiger Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nur wirksam, soweit sie räumlich, gegenständlich und zeitlich das notwendige Maß nicht überschreiten. Für Kundenschutzklauseln beim Ausscheiden von Gesellschaftern hat er, ausdrücklich auch bei gewerblichen Dienstleistern, in der Regel zwei Jahre als Grenze angesehen.

Friseursalon kaufen oder übernehmen: was Käufer klären

Beim Kauf eines Einzelunternehmens geht die Eintragung nicht mit über: Mit dem Inhaberwechsel verliert die Handwerkskarte ihre Gültigkeit. Der Käufer braucht zum Übergabetag eine eigene Eintragung und legt die Handwerkskarte zusammen mit der Gewerbeanzeige vor (§ 16 Abs. 1 HwO); der Verkäufer zeigt die Aufgabe seines Betriebs an (§ 14 Abs. 1 GewO). Werden dagegen Anteile einer eingetragenen GmbH gekauft, bleiben die Gesellschaft Inhaberin und ihre Eintragung bestehen; war der Verkäufer ihr Betriebsleiter, ist mit seinem Ausscheiden unverzüglich ein neuer einzusetzen (§ 4 Abs. 2 HwO).

Die elektronische Kasse ist dem Finanzamt binnen eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme zu melden (§ 146a Abs. 4 AO). Ausbilden darf nur, wer fachlich geeignet ist: mit bestandener Meisterprüfung oder, bei Ausübungsberechtigung oder Ausnahmebewilligung, zusätzlich mit Teil IV der Meisterprüfung oder einer Ausbildereignungsprüfung; sonst ist ein geeigneter Ausbilder zu bestellen (§§ 22, 22b HwO).

Die Übertragung des Salons im Ganzen an einen Unternehmer unterliegt nicht der Umsatzsteuer (§ 1 Abs. 1a UStG). Für betriebliche Steuern des Verkäufers und Steuerabzugsbeträge wie die Lohnsteuer haftet der Käufer, zeitlich begrenzt und nur mit dem übernommenen Vermögen (§ 75 AO). Zur Finanzierung einer Übernahme im Haupterwerb kommt etwa der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW infrage, beantragt über Banken und Sparkassen.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung im Einzelfall.

Wert

Was Ihr Unternehmen wert ist

Eine allgemeine Multiplikator-Bandbreite zeigen wir für Friseursalons bewusst nicht: Die Betriebsberater des Handwerks bewerten sie nach dem AWH-Standard, der vom Ergebnis einen Unternehmerlohn von mindestens einem Meistergehalt samt Zuschlag abzieht und Einrichtung, Geräte und Warenbestand zum Zeitwert als möglichen Mindestwert ansetzt (ZDH, AWH-Handbuch). Unser Rechner multipliziert das bereinigte Ergebnis; ein Gehalt korrigiert er nur, wenn tatsächlich eines gezahlt wird, und einen Mindestwert aus der Substanz kennt er nicht. Für inhabergeführte Salons liefert er deshalb allenfalls eine grobe Orientierung.

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Unternehmenswert berechnen
Käufersicht

Worauf Käufer schauen

Diese Punkte prüfen Interessenten früh — und sie entscheiden häufig darüber, wie ernst aus einem ersten Gespräch eine Verhandlung wird.

  • Welcher Weg in die Handwerksrolle offensteht: Meisterbrief, Ausübungsberechtigung, Ausnahmebewilligung oder Betriebsleiter
  • Welche Stylistinnen die Stammkundschaft betreuen und ob sie bleiben
  • Mietvertrag: Zustimmung des Vermieters, Restlaufzeit und gewahrte Form
  • Ob Stuhlmieter tatsächlich selbstständig und selbst in der Handwerksrolle eingetragen sind
  • Zeitwert von Einrichtung, Geräten und Warenbestand
  • Offene Gutscheine und wie die Kundenkartei datenschutzkonform übergeht
Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Was ist mein Friseursalon wert?

Die Betriebsberater des Handwerks ermitteln den Wert nach dem AWH-Standard. Vom bereinigten Ergebnis wird ein Unternehmerlohn von mindestens einem Meistergehalt zuzüglich Arbeitgeberanteilen und eines Zuschlags von 20 bis 50 Prozent abgezogen; Risiken wie die Abhängigkeit von der Inhaberin erhöhen den Kapitalisierungszins. Einen Firmenwert gibt es nur, wenn der Ertragswert über dem Substanzwert aus Einrichtung, Geräten und Waren liegt. Andernfalls kann der Substanzwert als Mindestwert den Unternehmenswert bilden. Eine Faustformel nach Umsatz sieht das Verfahren nicht vor.

AWH-Standard

Wie setzt sich die Ablöse für einen Friseursalon zusammen?

Unter der Ablöse wird beim Salonverkauf der Preis für Einrichtung, Geräte und Produktbestand verstanden; ein Rechtsbegriff ist sie nicht. Am nächsten kommt ihr im AWH-Standard der Substanzwert, angesetzt mit Zeitwerten statt mit dem Anschaffungspreis; Überbestände im Warenlager können gesondert erfasst werden. Ein Firmenwert, etwa für den Kundenstamm, kommt nur hinzu, wenn der Ertragswert nach Abzug eines Unternehmerlohns über dem Substanzwert liegt. Für den Käufer ist die Aufteilung wichtig: Einen gekauften Firmenwert schreibt er über 15 Jahre ab.

Substanzwert

Kann ich meinen Salon an jemanden ohne Meisterbrief verkaufen?

Ja. Kaufen kann jede Person, betreiben darf den Salon aber nur, wer in der Handwerksrolle eingetragen ist. Ohne eigenen Meisterbrief führen dorthin vor allem eine Ausübungsberechtigung für erfahrene Gesellen, eine Ausnahmebewilligung oder ein angestellter Betriebsleiter, der die Voraussetzungen erfüllt, etwa mit Meisterbrief. Den Betriebsleiter prüfen die Handwerkskammern streng: Er muss tatsächlich leiten, bei einem Vollzeitbetrieb grundsätzlich in Vollzeit, und darf weder nur auf dem Papier stehen noch auf Honorarbasis arbeiten.

Kann eine angestellte Friseurin ohne Meisterbrief den Salon übernehmen?

Ja, über die Ausübungsberechtigung nach § 7b HwO, die ausdrücklich auch für Friseure gilt. Voraussetzung sind die Gesellenprüfung und sechs Jahre Tätigkeit im Handwerk, davon insgesamt vier in leitender Stellung mit eigenverantwortlichen Entscheidungsbefugnissen; nachweisen lässt sich das etwa durch Arbeitszeugnisse. Erteilt wird die Berechtigung auf Antrag von der zuständigen Behörde nach Anhörung der Handwerkskammer. Für die Bewertung kann eine solche Nachfolge günstig sein: Arbeitet die Übernehmerin schon im Salon mit und ist bei der Kundschaft bekannt, kann das nach dem AWH-Standard die Inhaberabhängigkeit senken. Wer ausbilden will, braucht zusätzlich Teil IV der Meisterprüfung oder eine Ausbildereignungsprüfung.

Inhaberabhängigkeit

Darf ich meine Kundenkartei mitverkaufen?

Nicht ohne Weiteres. Vor Abschluss des Kaufvertrags dürfen Interessenten grundsätzlich keine Kundendaten erhalten. Wird der Salon als Betrieb übertragen, darf der Käufer Daten von Kundinnen und Kunden ohne laufende Vertragsbeziehung nur getrennt zur Erfüllung von Aufbewahrungsfristen verwahren und erst mit Einwilligung selbst nutzen; Allergievermerke, die Gesundheitsdaten sein können, gehen nur mit ausdrücklicher Einwilligung über. Den Kundenstamm allein zu verkaufen, ist regelmäßig nur mit vorheriger Einwilligung möglich. Beim Verkauf von GmbH-Anteilen bleibt die Gesellschaft Verantwortliche.

Was passiert mit Stuhlmietern, wenn der Salon verkauft wird?

Echte Stuhlmieter sind Selbstständige; ihre Verträge gehen nicht nach § 613a BGB über, sondern werden gesondert übernommen oder neu geschlossen. Ob die Selbstständigkeit trägt, hängt an der gelebten Praxis: Arbeitet jemand nach Weisungen und ist in den Salon eingegliedert, spricht das für eine Beschäftigung. Auf Antrag entscheidet die Deutsche Rentenversicherung Bund im Statusfeststellungsverfahren nach einer Gesamtwürdigung aller Umstände. Wer als Stuhlmieter selbstständig frisiert, braucht zudem eine eigene Eintragung in die Handwerksrolle, und die Überlassung der Fläche setzt die Erlaubnis des Vermieters voraus.

Welche Steuern fallen beim Verkauf eines Friseursalons an?

Beim Verkauf eines Einzelunternehmens zählt der Veräußerungsgewinn zu den Einkünften aus Gewerbebetrieb. Wer das 55. Lebensjahr vollendet hat oder im sozialversicherungsrechtlichen Sinne dauernd berufsunfähig ist, erhält auf Antrag einmal im Leben einen Freibetrag von 45.000 Euro, der sich mindert, soweit der Gewinn 136.000 Euro übersteigt. Unter denselben Voraussetzungen kann einmal im Leben ein ermäßigter Steuersatz von 56 Prozent des durchschnittlichen Steuersatzes beantragt werden, mindestens 14 Prozent. Umsatzsteuer fällt bei der Übertragung des Salons im Ganzen an einen Unternehmer nicht an. Für den Verkauf von GmbH-Anteilen gelten eigene Regeln (§ 17 EStG).

Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG

Was gilt, wenn ich den Salon schließe und nur das Inventar verkaufe?

Steuerlich gilt die Aufgabe des Betriebs als Veräußerung, sodass Freibetrag und ermäßigter Steuersatz unter denselben Voraussetzungen infrage kommen. Absolute Untergrenze des Werts ist nach dem AWH-Standard der Liquidationswert. Die Kundendaten allein weiterzugeben, ist regelmäßig nur mit Einwilligung möglich. Eine Ausnahme hält die Datenschutzkonferenz für zulässig: Gibt ein Kleinst- oder Kleinunternehmen seine Tätigkeit auf und übergibt die Kundendaten an ein ebensolches Unternehmen desselben Wirtschaftszweigs, dürfen einmalig allein die Postadressen weitergegeben werden, wenn die Kunden vorher informiert wurden und widersprechen konnten, in der Regel binnen vier bis sechs Wochen.

Betriebsaufgabe

Welche Kosten kommen beim Kauf eines Friseursalons auf den Käufer zu?

Der Unternehmenswert nach dem AWH-Standard besteht aus Einrichtung, Geräten und Warenbestand zum Zeitwert und, sofern der Ertragswert diesen Substanzwert übersteigt, einem Firmenwert. Einen Marktpreis legt die Bewertung nicht fest; der Kaufpreis entsteht in der Verhandlung. Umsatzsteuer fällt bei der Übertragung des Salons im Ganzen an einen Unternehmer nicht an. Einen gekauften Firmenwert schreibt der Käufer über 15 Jahre ab; für betriebliche Steuern des Verkäufers haftet er zeitlich begrenzt mit dem übernommenen Vermögen. Zur Finanzierung einer Übernahme im Haupterwerb kommt der ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW infrage.

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