Ratgeber für Käufer

Unternehmen kaufen

Wer ein Unternehmen kauft, übernimmt mehr als eine Firma: Kunden, Mitarbeiter, Verträge und oft das Lebenswerk eines anderen Menschen. Anders als bei einer Gründung gibt es vom ersten Tag an Umsatz — aber auch eine Vorgeschichte, die vor der Unterschrift auf den Tisch gehört. Diese Seite ordnet, wie ein Kauf üblicherweise abläuft, was in der Prüfung zählt, welchen Unterschied es macht, ob Sie Anteile oder einzelne Wirtschaftsgüter erwerben, und aus welchen Bausteinen sich eine Übernahme finanziert. Eine Beratung im Einzelfall ersetzt sie nicht — sie hilft Ihnen, die richtigen Fragen zu stellen.

Der Weg zur Übernahme
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Marktlage

Der Markt aus Käufersicht

Die Zahlen sprechen für Käufer: Bei den Kammern melden sich deutlich mehr Inhaber, die eine Nachfolge suchen, als Menschen, die ein Unternehmen übernehmen wollen.

rund186.000

übernahmewürdige Familienunternehmen stehen 2026 bis 2030 vor der Nachfolge

Quelle: IfM Bonn, Daten und Fakten Nr. 37

2,4 : 1

abgabewillige Unternehmen je Übernahmeinteressent bei den IHKs im Jahr 2024

Quelle: DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025

10 %

der Existenzgründungen im Jahr 2025 waren Übernahmen eines bestehenden Unternehmens

Quelle: KfW-Gründungsmonitor 2026

Aktuell im Marktplatz

Die neuesten Unternehmen, Nachfolgen und Beteiligungen

Anonyme Inserate nennen Firmenname und Standort erst im direkten Austausch mit dem Inhaber.

Suchen und Anfragen sind kostenlos

Sie zahlen weder für das Durchsuchen noch für Anfragen an Inhaber, und am Kaufpreis verdienen wir nicht mit — wir sind ein Marktplatz, kein Makler.

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Ablauf

Wie ein Unternehmenskauf abläuft

Aus Käufersicht steckt die meiste Arbeit nicht im Finden, sondern im Prüfen und Finanzieren. Die Reihenfolge der Etappen ist dabei fast immer dieselbe.

  1. Suchprofil schärfen

    Branche, Region und Größenordnung festlegen, dazu die eigene Rolle: selbst führen oder sich beteiligen? Ebenso gehört ein ehrlicher Blick auf die eigenen Mittel dazu — er bestimmt, welche Kaufpreise überhaupt in Frage kommen.

  2. Angebote sichten und Kontakt aufnehmen

    Inserate durchsuchen, gezielt anfragen oder mit einem Kaufgesuch selbst sichtbar werden. Anonyme Inserate nennen den Firmennamen noch nicht — der erste Kontakt dient dazu, sich gegenseitig einzuschätzen.

  3. Vertraulichkeit und Absichtserklärung

    Nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung erhalten Sie Zahlen und Unterlagen. Passt das Bild, halten beide Seiten die Eckpunkte häufig in einer Absichtserklärung fest — Preisrahmen, Zeitplan und die Bedingungen der Prüfung.

  4. Prüfung des Unternehmens

    Zahlen, Verträge, Personal, Steuern und rechtliche Risiken werden systematisch durchgesehen, meist in einem Datenraum. Was hier auffällt, wird zur Frage des Preises oder zu einer Garantie im Kaufvertrag.

  5. Finanzierung und Verhandlung

    Parallel zur Prüfung wird die Finanzierung gesichert: aus Eigenkapital, Bankdarlehen, Förderkrediten und gegebenenfalls einem Teil des Preises, den der Verkäufer stundet. Kaufpreis und Zahlungsweise werden am Ende gemeinsam verhandelt.

  6. Vertrag, Vollzug und Einarbeitung

    Unterzeichnung und Vollzug fallen oft auseinander: Das Unternehmen geht erst über, wenn vereinbarte Bedingungen erfüllt sind. Anteile an einer GmbH werden nur durch notariell beurkundeten Vertrag abgetreten. Danach begleitet der bisherige Inhaber häufig eine Übergangszeit.

Branchen

Was Käufer je nach Branche prüfen

Manche Voraussetzungen hängen an der Branche und nicht am Unternehmen. Sie entscheiden mit darüber, ob Sie einen Betrieb überhaupt übernehmen und führen dürfen.

Kaufgegenstand

Anteile oder Betrieb: was Sie jeweils übernehmen

Die Form des Kaufs entscheidet darüber, was auf Sie übergeht — und damit auch, welche Risiken aus der Vergangenheit Sie mitkaufen.

Kauf der Anteile (Share Deal)

  • Die Gesellschaft bleibt bestehen, nur ihre Eigentümer wechseln — mit allen Verträgen, Genehmigungen und Verbindlichkeiten.
  • Arbeitgeber bleibt die Gesellschaft, an den Arbeitsverhältnissen ändert sich nichts.
  • Anteile an einer GmbH werden durch notariell beurkundeten Vertrag abgetreten; der Gesellschaftsvertrag kann zusätzlich eine Zustimmung verlangen.
  • Risiken aus der Vergangenheit bleiben in der Gesellschaft. Umso mehr Gewicht haben die Prüfung und die Garantien im Kaufvertrag.
Im Glossar: Share Deal

Kauf des Betriebs (Asset Deal)

  • Sie erwerben einzelne Wirtschaftsgüter und legen fest, was übergeht und was beim Verkäufer bleibt.
  • Verträge mit Kunden, Lieferanten oder Vermietern gehen nur mit Zustimmung des jeweiligen Vertragspartners über.
  • Die Arbeitsverhältnisse gehen nach § 613a BGB mit allen Rechten und Pflichten auf Sie über.
  • Wer die bisherige Firma fortführt, haftet für frühere Geschäftsverbindlichkeiten, sofern das nicht eingetragen und bekanntgemacht oder dem Gläubiger mitgeteilt ausgeschlossen wurde (§ 25 HGB). Für bestimmte Betriebssteuern haftet der Erwerber zudem begrenzt nach § 75 AO.
Im Glossar: Asset Deal
Finanzierung

Aus welchen Bausteinen sich eine Übernahme finanziert

Die Finanzierung ist für viele eine zentrale Hürde: Fast vier von zehn Übernahmeinteressenten berichteten den IHKs im Jahr 2024 von Finanzierungsproblemen (DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025). Selten trägt ein einzelner Geldgeber den ganzen Betrag — üblich ist eine Kombination.

Eigenkapital

Eigene Mittel zeigen der Bank, dass Sie selbst ins Risiko gehen. Eine feste Quote gibt es nicht; wie viel erwartet wird, hängt vom Vorhaben und vom Kreditinstitut ab.

Bankdarlehen

Die Hausbank prüft, ob das Unternehmen den Kredit aus seinen Erträgen tragen kann. Grundlage sind die Zahlen des Zielunternehmens und ein schlüssiges Übernahmekonzept.

Förderkredite

Für Übernahmen gibt es Förderkredite, etwa den ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge der KfW. Beantragt werden sie üblicherweise über die Hausbank.

Bürgschaften

Fehlen Sicherheiten, übernehmen Bürgschaftsbanken gegenüber der Hausbank einen Teil des Ausfallrisikos. Über das Programm „Bürgschaft ohne Bank" lässt sich eine Bürgschaft auch direkt beantragen, bevor eine Bank im Spiel ist.

Verkäuferdarlehen

Der Verkäufer stundet einen Teil des Kaufpreises. Das verringert den Betrag, den Sie sofort aufbringen müssen, und zeigt zugleich, dass er selbst an die Zukunft des Betriebs glaubt.

Im Glossar: Verkäuferdarlehen

Earn-Out

Ein Teil des Preises hängt vom künftigen Erfolg ab. Das überbrückt unterschiedliche Preisvorstellungen, verlangt aber klar messbare Größen im Vertrag.

Im Glossar: Earn-Out

Zu finanzieren ist mehr als der Kaufpreis: Bei den im Nachfolgemonitor 2025 ausgewerteten, von Bürgschaftsbanken begleiteten Übernahmen machte er im Schnitt rund drei Viertel des gesamten Finanzierungsbedarfs aus, der Rest entfiel auf Betriebsmittel, Immobilien und Investitionen. Konditionen und Programme ändern sich — maßgeblich sind die aktuellen Angaben der Förderinstitute.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zum Unternehmenskauf

Die Fragen, die Käuferinnen und Käufern vor einer Übernahme am häufigsten begegnen — kurz beantwortet.

Kann ich ein Unternehmen ohne Eigenkapital kaufen?

Ganz ohne eigene Mittel wird es schwierig: Banken erwarten üblicherweise, dass der Käufer selbst ins Risiko geht. Eine gesetzliche oder allgemein gültige Quote gibt es allerdings nicht. Wie viel verlangt wird, hängt von Kaufpreis, Branche, Sicherheiten und Kreditinstitut ab. Förderkredite, Bürgschaften und ein Verkäuferdarlehen können die Lücke deutlich verkleinern.

Firma kaufen statt gründen: Vorteile, Risiken und der Weg zur Übernahme

Übernehme ich auch die Schulden des Verkäufers?

Das hängt von der Form des Kaufs ab. Beim Kauf der Anteile bleiben alle Verbindlichkeiten in der Gesellschaft, die Sie übernehmen. Beim Kauf des Betriebs haften Sie grundsätzlich nur für das, was Sie vertraglich übernehmen — mit gesetzlichen Ausnahmen: Wer die bisherige Firma fortführt, haftet für frühere Geschäftsverbindlichkeiten, sofern das nicht im Handelsregister eingetragen und bekanntgemacht oder dem Gläubiger mitgeteilt ausgeschlossen wurde. Für bestimmte Betriebssteuern haftet der Erwerber zeitlich begrenzt und höchstens mit dem übernommenen Vermögen. Und in die Arbeitsverhältnisse treten Sie mit allen Rechten und Pflichten ein.

Im Glossar: Haftung bei Firmenfortführung (§ 25 HGB)

Was passiert mit den Mitarbeitern, wenn ich übernehme?

Kaufen Sie den Betrieb, treten Sie nach § 613a BGB in alle bestehenden Arbeitsverhältnisse ein — mit den vereinbarten Löhnen, Urlaubsansprüchen und Zusagen. Eine Kündigung allein wegen des Übergangs ist unwirksam. Die Beschäftigten werden vorher in Textform unterrichtet und können innerhalb eines Monats nach Zugang dieser Unterrichtung schriftlich widersprechen. Kaufen Sie die Anteile, bleibt der Arbeitgeber derselbe. In beiden Fällen gehören Arbeitsverträge, Zusagen zur Altersversorgung und die Frage, wer für den Betrieb unverzichtbar ist, zu den wichtigen Prüfpunkten.

Im Glossar: Betriebsübergang nach § 613a BGB

Wie erkenne ich, ob der Kaufpreis angemessen ist?

Im Mittelstand ist das Multiplikatorverfahren verbreitet: Das bereinigte Ergebnis wird mit einem branchenüblichen Faktor multipliziert. Für Käufer ist dabei vor allem die Bereinigung interessant — also welche Sondereffekte herausgerechnet wurden und ob ein marktübliches Geschäftsführergehalt angesetzt ist. Eine erste Bandbreite liefert unser Unternehmenswertrechner, kostenlos und ohne Anmeldung. Ob die Zahlen tragen, zeigt erst die Prüfung.

Im Glossar: Bereinigtes EBIT

Warum nennen manche Inserate keinen Firmennamen?

Weil ein bekannt gewordener Verkaufswunsch Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten verunsichern kann. Inhaber schalten deshalb häufig anonym: mit Branche, Größenordnung und Beschreibung, aber ohne Namen und mit gestufter Standortangabe. Den Namen und weitere Unterlagen erhalten Sie im direkten Austausch, üblicherweise nach einer Vertraulichkeitsvereinbarung.

Im Glossar: Geheimhaltungsvereinbarung (NDA)

Brauche ich für den Kauf einen Notar?

Beim Kauf von GmbH-Anteilen ja: Die Abtretung bedarf eines notariell beurkundeten Vertrags. Der Kauf eines Betriebs ist dagegen oft formfrei — es sei denn, ein Grundstück wird mitverkauft. Auch wenn das Unternehmen praktisch das gesamte Vermögen des Verkäufers ausmacht, kann eine Beurkundung nötig werden. Die Pflicht erstreckt sich dann in der Regel auf den gesamten Vertrag.

Im Glossar: Notarkosten beim Unternehmenskauf

Kann ich als Angestellter oder Quereinsteiger übernehmen?

Ja. Übernimmt eine Führungskraft von außen ein Unternehmen, spricht man von einem Management-Buy-in. Branchenerfahrung schreibt das Gesetz nicht allgemein vor, sie erleichtert aber Finanzierung und Akzeptanz im Betrieb erheblich. Unterschätzt wird eher der Aufwand: Nach Einschätzung der IHK-Berater gingen im Jahr 2024 rund 38 Prozent der Nachfolgeinteressenten zu sehr von einer „Gründung im gemachten Nest" aus (DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2025). Wo das Gesetz eine Qualifikation verlangt — etwa im zulassungspflichtigen Handwerk —, lässt sie sich auch über einen angestellten Betriebsleiter erfüllen. Eine längere Einarbeitung durch den bisherigen Inhaber ist in solchen Fällen verbreitet.

Management-Buy-in: Als Führungskraft zum Unternehmer werden

Was kostet mich die Suche über Gesellschafter24?

Das Durchsuchen der Angebote und Anfragen an Inhaber sind kostenlos, und eine Provision auf den Kaufpreis fällt nicht an. Wer selbst ein Kaufgesuch veröffentlicht, wählt wie jeder Inserent ein Sichtbarkeitspaket; das Einstiegspaket ist kostenlos. Beratung, Prüfung oder notarielle Begleitung vereinbaren Sie unmittelbar mit den jeweiligen Fachleuten.

Nächster Schritt

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