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Asset Deal

Auch: Einzelrechtsübertragung · Kauf der Wirtschaftsgüter

Kurz gesagt

Beim Asset Deal werden die einzelnen Wirtschaftsgüter verkauft, also Maschinen, Vorräte, Verträge und Kundenbeziehungen, nicht die Gesellschaft. Der Käufer wählt aus, was er übernimmt, und lässt den Rest beim Verkäufer. Drei gesetzliche Haftungsnormen können ihn dabei trotzdem treffen, und genau das wird regelmäßig übersehen.

Was wird beim Asset Deal übertragen?

Beim Asset Deal wird nicht die Gesellschaft verkauft, sondern ihr Inhalt, und zwar Stück für Stück. Juristisch heißt das Einzelrechtsübertragung: ein Kauf der Wirtschaftsgüter statt der Anteile. Das bedeutet praktische Arbeit: Jeder Gegenstand muss im Vertrag so genau bezeichnet werden, dass klar ist, was übergeht. Für die Übernahme von Verträgen braucht es grundsätzlich die Zustimmung des jeweiligen Vertragspartners, und bei hunderten Kundenverträgen wird das zur Logistikaufgabe.

Eine Erleichterung gibt es für offene Geldforderungen gegen Kunden: Hat ein Vertrag ihre Abtretung ausgeschlossen, ist sie nach § 354a Abs. 1 HGB trotzdem wirksam, wenn das Geschäft für beide Seiten ein Handelsgeschäft war. Der Kunde darf dann aber weiter an den Verkäufer zahlen, und der Vertrag selbst geht damit nicht über.

Der Asset Deal ist Pflicht, wo es keine Anteile gibt: beim Einzelunternehmen. Er ist außerdem der Regelfall beim Kauf aus der Insolvenz und immer dann, wenn nur Teile eines Betriebs übernommen werden sollen.

Welche Haftung trifft den Käufer beim Asset Deal?

Der Asset Deal gilt als der Weg, bei dem der Käufer die Altlasten zurücklässt. Das stimmt für die meisten vertraglichen Verbindlichkeiten. Drei gesetzliche Normen können aber nebeneinander greifen, jede unter eigenen Voraussetzungen, und eine Klausel im Kaufvertrag allein hält sie nicht auf:

  • § 613a BGB: Geht ein Betrieb oder Betriebsteil über, gehen die Arbeitsverhältnisse automatisch auf den Erwerber über, mit allen bestehenden Bedingungen. Eine Kündigung wegen des Übergangs ist unwirksam.

  • § 25 HGB: Wer das Handelsgeschäft unter der bisherigen Firma fortführt, haftet für die alten Geschäftsverbindlichkeiten; wer unter einem anderen Namen weitermacht, löst diese Haftung grundsätzlich nicht aus. Ein Ausschluss wirkt gegenüber Gläubigern nur, wenn er im Handelsregister eingetragen und bekanntgemacht oder ihnen mitgeteilt wurde.

  • § 75 AO: Wird das Unternehmen im Ganzen übertragen, haftet der Erwerber für betriebsbedingte Steuern aus einem begrenzten Zeitraum vor der Übernahme, beschränkt auf das übernommene Vermögen. Beim Kauf aus der Insolvenzmasse gilt das nicht.

Warum bevorzugen Käufer den Asset Deal?

Auf den Kaufpreis selbst kommt dabei in aller Regel keine Umsatzsteuer, weil eine Geschäftsveräußerung im Ganzen vorliegt. Der entscheidende Vorteil liegt in der Ertragsteuer: Der Käufer erwirbt die Wirtschaftsgüter zu den heutigen Werten und kann sie abschreiben. Das senkt seine Steuerlast über Jahre. Wie der Kaufpreis dafür auf die einzelnen Wirtschaftsgüter verteilt wird, regelt die Kaufpreisallokation. Beim Anteilskauf an einer Kapitalgesellschaft gibt es dieses Abschreibungspotenzial grundsätzlich nicht.

Genau hier laufen die Interessen auseinander: Was für den Käufer den Asset Deal attraktiv macht, macht für den Verkäufer meist den Share Deal attraktiver. Diese Gegenläufigkeit ist kein Zufall, sondern struktureller Teil der Preisverhandlung.

Was das praktisch bedeutet

Für Verkäufer

Beim Asset Deal verkauft, wem der Betrieb gehört: beim Einzelunternehmen der Inhaber, bei einer GmbH die GmbH selbst und nicht ihr Gesellschafter. Bei der GmbH landet der Erlös deshalb zuerst in der Gesellschaft: Sie versteuert den Veräußerungsgewinn mit Körperschaft- und Gewerbesteuer, und wenn das Geld an den Gesellschafter ausgeschüttet wird, fällt noch einmal Steuer an. Zurück bleibt eine Gesellschaft ohne Geschäftsbetrieb, die abgewickelt oder anders weitergenutzt wird. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften können unter bestimmten Voraussetzungen ein Freibetrag (ab 55 Jahren oder bei dauernder Berufsunfähigkeit, einmal im Leben) und eine Tarifermäßigung die Steuer senken.

Für Käufer

Für Käufer entscheidet sich an diesen drei Normen, ob der Asset Deal so haftungsarm ist, wie er wirkt. Das gilt besonders, wenn die Firma unter dem bisherigen Namen weitergeführt werden soll.

Geprüft an der Quelle

  • Ist die Abtretung einer Geldforderung durch Vereinbarung mit dem Schuldner gemäß § 399 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ausgeschlossen und ist das Rechtsgeschäft, das diese Forderung begründet hat, für beide Teile ein Handelsgeschäft […] so ist die Abtretung gleichwohl wirksam.

    § 354a Abs. 1 HGB (Abtretungsverbote bei Handelsgeschäften)

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