Ratgeber Betriebsart

Kfz-Werkstatt verkaufen

Beim Verkauf einer Kfz-Werkstatt kommt es neben Ertrag und Preis vor allem auf drei Punkte an: ob der Käufer in die Handwerksrolle eingetragen werden kann, welche Prüfbefugnisse neu beantragt werden müssen und in welchem Zustand Grundstück, Ölabscheider und Öllager sind. Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig, die Anerkennung für Abgasuntersuchungen ist nicht übertragbar, und für Altlasten haftet gegenüber der Behörde auch, wer das Grundstück neu erwirbt oder nutzt. Dazu kommen werkstatttypische Fragen: die eigene Halle, die Wohnung über dem Betrieb und der Unterschied zwischen einer Ablöse für Hebebühnen und Teilelager und dem Wert des Unternehmens.

Im Detail

Worauf es bei Verkauf und Kauf ankommt

Kfz-Werkstatt verkaufen: Wer den Betrieb führen darf

Das Kraftfahrzeugtechniker-Handwerk steht als Nummer 20 in Anlage A der Handwerksordnung und ist damit zulassungspflichtig, ebenso benachbarte Gewerke wie Karosserie- und Fahrzeugbauer (Nr. 15) und Mechaniker für Reifen- und Vulkanisationstechnik (Nr. 41). Selbstständig betreiben darf eine Werkstatt nur, wer in die Handwerksrolle eingetragen ist. Eingetragen wird eine Person oder Gesellschaft, wenn ihr Betriebsleiter die Voraussetzungen erfüllt. Ein angestellter Kfz-Meister als Betriebsleiter genügt deshalb auch bei einem Einzelunternehmen, nicht nur bei einer GmbH.

Als verwandt gilt nach der Verordnung über verwandte Handwerke nur das Zweiradmechaniker-Handwerk, und das nur für Krafträder. Ein Meisterbrief als Karosseriebauer oder als Land- und Baumaschinenmechatroniker berechtigt daher nicht ohne Weiteres zur Führung einer Kfz-Werkstatt.

Für den Verkauf folgt daraus: Bleibt ein angestellter Meister als Betriebsleiter, kommen auch Käufer ohne eigenen Meisterbrief infrage. Ist der verkaufende Meister zugleich Betriebsleiter seiner GmbH und scheidet er nach dem Anteilsverkauf aus, muss unverzüglich ein anderer Betriebsleiter eingesetzt und der Handwerkskammer angezeigt werden.

Geht die AU-Anerkennung beim Verkauf mit über?

Die Anerkennung einer Werkstatt für Abgasuntersuchungen (AU), auch an Krafträdern, und für Sicherheitsprüfungen (SP) erteilt die oberste Landesbehörde oder eine von ihr bestimmte Stelle; die Befugnis kann auf die Kfz-Innung übertragen werden. Die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bestimmt ausdrücklich, dass diese Anerkennung nicht übertragbar ist, ebenso die für Gasanlagenprüfungen. Wer den Betrieb ohne die Gesellschaft kauft, braucht deshalb eine eigene Anerkennung.

Für die AU setzt die Anerkennung unter anderem eine verantwortliche Person mit passender Meisterprüfung oder gleichgestelltem Abschluss, Schulungen mit Wiederholung nach höchstens 36 Monaten und ein Qualitätsmanagementsystem voraus. Beim Verkauf von GmbH-Anteilen bleibt die Anerkennung bei der Gesellschaft, Veränderungen sind der Anerkennungsstelle aber unaufgefordert mitzuteilen. Fällt eine Voraussetzung weg, etwa die verantwortliche Person, ist sie zu widerrufen.

Davon zu trennen ist die Hauptuntersuchung, die amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfingenieure durchführen. Die anerkannte Werkstatt kann die Untersuchung von Motormanagement und Abgasreinigung als eigenständigen Teil der HU übernehmen, frühestens einen Monat vorher, darf mit der HU selbst aber nicht befasst sein. Auch ein Prüfstützpunkt in der Werkstatt ist keine eigene HU-Befugnis.

Was ist eine Kfz-Werkstatt wert?

Die Betriebsberater der Handwerksorganisation bewerten nach dem AWH-Standard, den der Zentralverband des Deutschen Handwerks mit Beratern der Handwerkskammern und Fachverbände geschaffen hat. Er ist ein an das Handwerk angepasstes Ertragswertverfahren auf Basis der bereinigten Ergebnisse der letzten vier Jahre. Abgezogen wird ein kalkulatorischer Unternehmerlohn mit einem Meistergehalt als Untergrenze, zuzüglich Arbeitgeberanteilen und eines Zuschlags von 20 bis 50 Prozent.

Bewertet wird ohne Betriebsgrundstück und Gebäude. Arbeitet die Werkstatt auf eigenem Grund, wird stattdessen eine orts- und branchenübliche Werkstattmiete angesetzt; die Immobilie selbst gehört nicht zum so ermittelten Wert.

Für die Frage nach einer Ablöse zählt ein weiterer Punkt: Der Substanzwert, also bewegliches Anlagevermögen wie Hebebühnen und Diagnosetechnik sowie das Lager, hat im AWH-Standard nur eine Hilfsfunktion. Ein Firmenwert entsteht erst, wenn der Ertragswert darüber liegt, und der Liquidationswert bildet die absolute Untergrenze. Bei einer ertragsschwachen Werkstatt kann der Wert deshalb auf Substanz- oder Liquidationswert hinauslaufen.

Kfz-Werkstatt mit Wohnung: verkaufen, vermieten oder verpachten

Gehören Halle und Grundstück dem Inhaber, können sie mitverkauft, an den Nachfolger vermietet oder zusammen mit dem Betrieb verpachtet werden. Wird die Werkstatt im Ganzen verpachtet, gilt der Betrieb steuerlich nicht als aufgegeben, bis der Inhaber die Aufgabe gegenüber dem Finanzamt ausdrücklich erklärt oder dem Finanzamt entsprechende Tatsachen bekannt werden. Vermietet der Inhaber die Halle privat an eine Werkstatt-GmbH, die er beherrscht, kann eine Betriebsaufspaltung vorliegen; ihr Ende, etwa durch einen Anteilsverkauf, führt nach dem Bundesfinanzhof grundsätzlich zur Betriebsaufgabe.

Für eine Wohnung über der Werkstatt kommt das Baurecht hinzu: In einem Gewerbegebiet sind Wohnungen nur ausnahmsweise zulässig, etwa für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, und müssen dem Betrieb zugeordnet und untergeordnet sein. Ob sich die Wohnung getrennt verkaufen oder an Betriebsfremde vermieten lässt, richtet sich dann nach Bebauungsplan und Baugenehmigung.

Steuerlich zählt, ob sie zum Betriebs- oder zum Privatvermögen gehört. Eine private Wohnung ist beim Verkauf innerhalb von zehn Jahren nach der Anschaffung steuerpflichtig, außer sie wurde unter den Voraussetzungen des § 23 EStG selbst bewohnt.

Autowerkstatt verkaufen: Was in den Kaufvertrag gehört

Beim Asset Deal kauft der Erwerber den Betrieb ohne die Gesellschaft; die Arbeitsverhältnisse gehen dann nach § 613a BGB auf ihn über, und der bisherige Arbeitgeber haftet für Ansprüche mit, die vor dem Übergang entstanden sind und binnen eines Jahres fällig werden. Beim Share Deal bleibt die GmbH Arbeitgeberin und Vertragspartnerin. Wird das Werkstattgrundstück mitverkauft, muss der Vertrag notariell beurkundet werden; dasselbe gilt für die Abtretung von GmbH-Anteilen, die der Gesellschaftsvertrag zusätzlich an eine Genehmigung knüpfen kann.

Für die Kundendatei unterscheidet die Datenschutzkonferenz beim Asset Deal Fallgruppen: Daten zu laufenden Verträgen gehen mit der Zustimmung des Kunden zur Vertragsübernahme über, Daten von Kunden, deren letzter Vertrag weniger als drei Jahre zurückliegt, im Widerspruchsverfahren mit ausreichender Frist. Ältere Daten darf der Käufer nur wegen Aufbewahrungspflichten nutzen, Bankdaten gehen nur mit ausdrücklicher Einwilligung über; die Datenschutzbeauftragten von Berlin und Sachsen haben den Beschluss abgelehnt.

Laufende Verträge wie die Einlagerung von Kundenreifen oder ein Servicepartnervertrag mit einem Hersteller gehen beim Asset Deal nur mit Zustimmung des Vertragspartners über. Verbreitet sind außerdem Klauseln zu Altlasten; sie wirken nur zwischen den Parteien, nicht gegenüber der Behörde.

Ölabscheider, Öllager und Altlasten beim Werkstattverkauf

Fällt bei Instandhaltung, Instandsetzung oder Reinigung von Fahrzeugen regelmäßig mineralölhaltiges Abwasser an, gilt Anhang 49 der Abwasserverordnung. Für Kohlenwasserstoffe ist ein Wert von 20 mg/l einzuhalten, außer bei weniger als einem Kubikmeter Abwasser am Tag. Die Anforderung gilt auch als erfüllt, wenn eine zugelassene Abscheideanlage eingebaut, betrieben, regelmäßig gewartet und vor Inbetriebnahme sowie danach nach Landesrecht in Abständen von höchstens fünf Jahren geprüft wird.

Für das Einleiten in die öffentliche Kanalisation ist grundsätzlich eine Genehmigung nötig, soweit keine bloße Anzeige vorgesehen ist. Ob Frisch- und Altöllager nach der Anlagenverordnung AwSV prüfpflichtig sind, hängt von Wassergefährdungsklasse, Volumen und Lage ab; den Betreiberwechsel einer prüfpflichtigen Anlage zeigt der neue Betreiber unverzüglich schriftlich an.

Für Altlasten sind neben dem Verursacher auch der Grundstückseigentümer und der Inhaber der tatsächlichen Gewalt sanierungspflichtig, also auch ein Mieter oder Pächter. Ein früherer Eigentümer bleibt verpflichtet, wenn er das Grundstück nach dem 1. März 1999 übertragen und die Altlast gekannt hat oder hätte kennen müssen. Im Branchenkatalog der baden-württembergischen Landesanstalt für Umweltschutz gelten Fahrzeugwerkstätten als eingeschränkt, Tankstellen als uneingeschränkt altlastenrelevant.

Kfz-Werkstatt kaufen oder übernehmen: Voraussetzungen für Käufer

Wer eine Werkstatt kauft, muss in die Handwerksrolle eingetragen werden; neben dem eigenen Meisterbrief gibt es dafür mehrere Wege. Ein angestellter Betriebsleiter genügt, muss die Arbeit aber tatsächlich leiten: Die Handwerkskammer Düsseldorf geht in ihrem Merkblatt, gestützt auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts, bei einem Vollzeitbetrieb von einer Vollzeitbeschäftigung aus; ein Betriebsleiter nur auf dem Papier oder auf Honorarbasis genügt nicht.

Gesellen, die sechs Jahre tätig waren, davon vier in leitender Stellung, können eine Ausübungsberechtigung erhalten; das Kfz-Handwerk ist davon nicht ausgenommen. Hinzu kommen die Ausnahmebewilligung und die Eintragung von Ingenieuren und staatlich geprüften Technikern mit passendem Schwerpunkt. Liegen die Voraussetzungen vor, trägt die Kammer innerhalb von drei Monaten nach Eingang der vollständigen Unterlagen ein.

Ausbilden darf nur, wer persönlich und fachlich geeignet ist; sonst ist ein geeigneter Ausbilder zu bestellen. Wer über eine Ausübungsberechtigung, eine Ausnahmebewilligung oder als Ingenieur oder Techniker eingetragen ist, braucht dafür zusätzlich Teil IV der Meisterprüfung oder eine gleichwertige Prüfung wie die Ausbildereignungsprüfung. Das Schild „Meisterbetrieb der Kfz-Innung“ setzt Innungsmitgliedschaft und Eintragung in die Handwerksrolle voraus und beruht auf einem Gestattungsvertrag zwischen Innung und Betrieb.

Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Beratung im Einzelfall.

Wert

Was Ihr Unternehmen wert ist

Für Kfz-Werkstätten als Handwerksbetriebe gibt es mit dem AWH-Standard ein eigenes Verfahren, nach dem die Betriebsberater der Handwerksorganisation bewerten: ein Ertragswertverfahren auf Basis der bereinigten Ergebnisse der letzten vier Jahre, abzüglich eines Unternehmerlohns ab Meistergehalt und ohne Grundstück und Gebäude. Eine eigene Multiplikator-Bandbreite für Werkstätten nennen wir deshalb nicht. Der Rechner taugt als erste Orientierung, wenn im Ergebnis ein solcher Unternehmerlohn berücksichtigt und die Immobilie herausgerechnet ist.

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Unternehmenswert berechnen
Käufersicht

Worauf Käufer schauen

Diese Punkte prüfen Interessenten früh — und sie entscheiden häufig darüber, wie ernst aus einem ersten Gespräch eine Verhandlung wird.

  • Ob ein Meister als Betriebsleiter bleibt oder die Eintragung auf anderem Weg möglich ist
  • Welche Anerkennungen für AU, SP oder Gasprüfungen bestehen und neu zu beantragen sind
  • Prüf- und Wartungsnachweise für Ölabscheider und Öllager sowie die Einleitgenehmigung
  • Prüfbücher der Hebebühnen mit den Prüfungen durch Sachkundige im Abstand von längstens einem Jahr
  • Altlastenauskunft oder Bodengutachten für das Grundstück
  • Miet- oder Pachtvertrag der Halle und die Baugenehmigung einer Betriebswohnung
Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Autowerkstatt bewerten: Wie wird der Wert ermittelt?

Die Betriebsberater der Handwerksorganisation bewerten nach dem AWH-Standard, einem an das Handwerk angepassten Ertragswertverfahren. Grundlage sind die bereinigten Ergebnisse der letzten vier Jahre, abzüglich eines kalkulatorischen Unternehmerlohns, für den ein Meistergehalt die Untergrenze bildet. Grundstück und Gebäude werden nicht mitbewertet: Auf eigenem Grund wird eine übliche Werkstattmiete angesetzt. Das Bewertungsergebnis entspricht nicht automatisch dem Kaufpreis; über diesen verständigen sich Verkäufer und Käufer.

AWH-Standard

Ablöse für eine Kfz-Werkstatt: Inventarwert oder Unternehmenswert?

Eine Ablöse bezieht sich auf Gegenstände wie Hebebühnen, Diagnosetechnik und Teilelager. Dieser Substanzwert hat im AWH-Standard nur eine Hilfsfunktion. Ein Firmenwert entsteht erst, wenn der Ertragswert über dem Substanzwert liegt; der Liquidationswert bildet die absolute Untergrenze. Inventarwert und Unternehmenswert sind deshalb nicht dasselbe. Bei einer ertragsschwachen Werkstatt kann der Wert auf Substanz- oder Liquidationswert hinauslaufen; liegt der Ertragswert darüber, kommt ein Firmenwert hinzu.

Substanzwert

Kann man eine Kfz-Werkstatt ohne Meisterbrief übernehmen?

Ja, die Handwerksordnung kennt dafür mehrere Wege. Möglich ist ein angestellter Kfz-Meister als Betriebsleiter, der die Arbeit tatsächlich leitet; das gilt auch für Einzelunternehmer. Gesellen können nach sechs Jahren Tätigkeit, davon vier in leitender Stellung, eine Ausübungsberechtigung erhalten. Hinzu kommen die Ausnahmebewilligung und die Eintragung als Ingenieur oder staatlich geprüfter Techniker mit passendem Schwerpunkt. Ausübungsberechtigung und Ausnahmebewilligung erteilt die nach Landesrecht zuständige Behörde nach Anhörung der Handwerkskammer; die Eintragung in die Handwerksrolle nimmt die Kammer vor.

Geht die AU-Anerkennung auf den Käufer über, und darf die Werkstatt die HU durchführen?

Beim Kauf des Betriebs ohne die Gesellschaft nicht: Die Anerkennung für AU und SP ist nach der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung nicht übertragbar, ebenso die für Gasanlagenprüfungen, und muss neu beantragt werden. Beim Kauf von GmbH-Anteilen bleibt sie bei der Gesellschaft, Veränderungen sind aber mitzuteilen. Die Hauptuntersuchung selbst führen amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfingenieure durch. Die Werkstatt kann nur die Untersuchung von Motormanagement und Abgasreinigung als eigenständigen Teil der HU übernehmen.

Welche Steuern fallen beim Verkauf einer Autowerkstatt an?

Beim Einzelunternehmen gehört der Veräußerungsgewinn zu den gewerblichen Einkünften; auch eine Betriebsaufgabe gilt als Veräußerung. Behält der Inhaber dabei eine Halle aus dem Betriebsvermögen, wird sie bei der Aufgabe mit dem gemeinen Wert angesetzt. Ab dem 55. Lebensjahr oder bei dauernder Berufsunfähigkeit gibt es auf Antrag einmalig einen Freibetrag und einmal im Leben einen ermäßigten Steuersatz. Für GmbH-Anteile ab einem Prozent Beteiligung gilt stattdessen § 17 EStG. Die Geschäftsveräußerung im Ganzen an einen anderen Unternehmer unterliegt nicht der Umsatzsteuer.

Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG

Was geschieht mit Mitarbeitern und Auszubildenden beim Verkauf der Werkstatt?

Beim Verkauf des Betriebs ohne die Gesellschaft gehen die Arbeitsverhältnisse nach § 613a BGB mit allen Rechten und Pflichten auf den Käufer über; eine Kündigung wegen des Übergangs ist unwirksam. Die Beschäftigten werden vorher in Textform unterrichtet und können binnen eines Monats schriftlich widersprechen. Beim Anteilsverkauf bleibt die GmbH Arbeitgeberin. Ausbilden darf nur, wer fachlich geeignet ist, sonst ist ein geeigneter Ausbilder zu bestellen; wer etwa über eine Ausübungsberechtigung eingetragen ist, braucht dafür zusätzlich Teil IV der Meisterprüfung oder eine gleichwertige Prüfung.

Betriebsübergang (§ 613a BGB)

Kfz-Werkstatt verkaufen oder verpachten: Was ist der Unterschied?

Beim Verkauf wechselt der Betrieb endgültig den Inhaber. Wird die Werkstatt dagegen im Ganzen verpachtet, gilt der Betrieb steuerlich nicht als aufgegeben, bis der Inhaber die Aufgabe gegenüber dem Finanzamt ausdrücklich erklärt oder dem Finanzamt entsprechende Tatsachen bekannt werden. Vermietet ein Inhaber die Halle privat an eine Werkstatt-GmbH, die er beherrscht, kann eine Betriebsaufspaltung vorliegen. Deren Ende durch einen Anteilsverkauf führt nach dem Bundesfinanzhof grundsätzlich zur Betriebsaufgabe mit Aufdeckung der stillen Reserven, außer die Voraussetzungen einer Betriebsverpachtung im Ganzen liegen vor.

Betriebsverpachtung im Ganzen

Was gilt beim Verkauf einer Kfz-Werkstatt mit Wohnung?

Liegt die Werkstatt in einem Gewerbegebiet, sind Wohnungen dort nur ausnahmsweise zulässig, etwa für Betriebsinhaber und Betriebsleiter, und dem Betrieb zugeordnet und untergeordnet. Ob Wohnung und Werkstatt getrennt verkauft oder an Betriebsfremde vermietet werden können, ergibt sich dann aus Bebauungsplan und Baugenehmigung. Steuerlich kommt es darauf an, ob die Wohnung zum Betriebs- oder zum Privatvermögen gehört. Eine private Wohnung ist unter anderem dann steuerfrei verkäuflich, wenn sie im Verkaufsjahr und in den beiden Vorjahren selbst bewohnt wurde.

Kfz-Werkstatt kaufen oder mieten: Was ändert sich für den Käufer?

Ob der Käufer die Halle miterwirbt oder vom bisherigen Inhaber mietet, ändert am Wert des Betriebs nichts: Der AWH-Standard bewertet ohne Grundstück und Gebäude und setzt auf eigenem Grund eine orts- und branchenübliche Werkstattmiete an. Wird das Grundstück mitgekauft, bedarf der Vertrag der notariellen Beurkundung. Vor Altlasten schützt die Miete nicht: Sanierungspflichtig ist auch der Inhaber der tatsächlichen Gewalt, also ebenso ein Mieter oder Pächter. Den Betreiberwechsel einer prüfpflichtigen Anlage zeigt der neue Betreiber in beiden Fällen unverzüglich schriftlich an.

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