Teaser
Auch: anonymes Kurzprofil · Blindprofil · Chiffre-Inserat · Kurzexposé
Kurz gesagt
Der Teaser, auch anonymes Kurzprofil oder Blindprofil genannt, beschreibt ein zum Verkauf stehendes Unternehmen in Kurzform: Branche, Region, Größenordnung, Besonderheiten, aber ohne Name, Logo und Details, die den Betrieb erkennbar machen würden. Er entscheidet darüber, ob sich jemand meldet, und zugleich darüber, ob jemand errät, um wen es geht.
Wie anonym muss ein Teaser sein?
Ein Teaser muss gleichzeitig zwei Dinge leisten: genug sagen, damit ein passender Interessent sich angesprochen fühlt, und wenig genug, damit ein Kunde, ein Mitarbeiter oder ein Wettbewerber den Betrieb nicht erkennt. Diese Spannung ist der ganze handwerkliche Kern.
In der Praxis scheitert es meist nicht an den harten Zahlen, sondern an den Details, auf die man stolz ist. „Seit 1963 in dritter Generation", „einziger Anbieter dieser Technik im Emsland", „Hauptlieferant der örtlichen Klinik": Jede dieser Angaben ist für sich harmlos und macht den Betrieb gemeinsam mit den übrigen Angaben eindeutig identifizierbar.
Was steht in einem Teaser?
Auf Unternehmensbörsen erscheint der Teaser als Chiffre-Inserat, im Verkaufsprozess mit Berater als Kurzprofil für ausgewählte Adressen. Für beide gilt als Faustregel: Angaben, die auf viele Betriebe zutreffen, sind unbedenklich; Angaben, die nur auf einen zutreffen, sind es nicht.
Branche und Tätigkeitsschwerpunkt, allgemein gehalten.
Region in grober Auflösung: Bundesland oder Wirtschaftsraum statt Ort.
Größenordnung bei Umsatz, Ergebnis und Mitarbeiterzahl, gern als Spanne.
Gründungsjahrzehnt statt Gründungsjahr.
Verkaufsgrund in allgemeiner Form, typischerweise die Altersnachfolge.
Was den Betrieb wirtschaftlich trägt: wiederkehrende Umsätze, Auftragsbestand und Kundenstruktur, aber ohne Namen.
Wie prüft man, ob der Betrieb erkennbar ist?
Bevor ein Teaser veröffentlicht wird, hilft eine einfache Probe mit jemandem, der ohnehin eingeweiht ist und Branche und Region kennt, etwa dem Steuerberater: Welche Betriebe passen auf alle Angaben zugleich? Bleibt nur einer übrig, ist der Teaser zu konkret.
Die Erkennbarkeit steigt mit der Kombination. Jede zusätzliche Angabe verengt den Kreis der in Frage kommenden Betriebe. Bei einem Spezialisten in einer ländlichen Region genügen oft drei Merkmale.
Was das praktisch bedeutet
Für Verkäufer
Lieber eine Angabe zu wenig als eine zu viel: Fehlende Details können im Gespräch ergänzt werden, ein einmal erkannter Betrieb lässt sich nicht wieder anonymisieren.
Für Käufer
Für Käufer ist der Teaser ein Vorfilter. Ein sehr vager Teaser bedeutet nicht, dass nichts dahintersteht. Oft heißt er nur, dass der Verkäufer vorsichtig ist.
