Cash and Debt Free
Auch: Cash-free/debt-free · schulden- und kassenfrei · CFDF
Kurz gesagt
Cash and Debt Free ist die übliche Preisbasis in Kaufangeboten: Der genannte Betrag gilt für das Unternehmen ohne Finanzschulden und ohne überschüssige Liquidität. Beides wird anschließend gegengerechnet, und erst daraus ergibt sich der Preis für die Anteile. Der Zusatz steht oft unauffällig im indikativen Angebot und wird leicht überlesen.
Was bedeutet Cash and Debt Free im Kaufangebot?
Formulierungen wie „auf Cash-and-debt-free-Basis", „cash-free/debt-free", abgekürzt CFDF, oder „schulden- und kassenfrei" sind keine Floskel, sondern eine Preisdefinition. Sie besagen: Der genannte Betrag ist der Enterprise Value. Was tatsächlich für die Anteile gezahlt wird, ergibt sich erst nach Abzug der Finanzschulden und Hinzurechnung der freien Liquidität, also über die Equity Bridge.
Für den Verkäufer ist das der Moment, in dem eine beeindruckende Zahl kleiner wird. Wer ein Angebot über 1,2 Millionen Euro erhält und 350.000 Euro Investitionsdarlehen im Betrieb hat, spricht in Wahrheit über einen Anteilspreis um 850.000 Euro.
Was zählt als Schulden, was als freie Liquidität?
Was genau als Schuld und was als überschüssige Kasse gilt, steht im Angebot meist nicht. Genau dort liegt die Verhandlung. Umstritten sind vor allem die schuldähnlichen Posten, im Fachjargon Debt-like Items: erhaltene Anzahlungen von Kunden, Leasing- und Mietkaufverträge, Rückstellungen für Gewährleistung oder Prozesse, ausstehende Boni und nicht genommener Urlaub sowie aufgeschobene Instandhaltung.
Ebenso wichtig: Wie viel Liquidität ein Betrieb zum Arbeiten braucht, ist Definitionssache. Je höher dieser Sockel angesetzt wird, desto weniger Geld gilt als überschüssig und desto weniger bekommt der Verkäufer dafür.
